Neues Tierzentrum erleidet Rückschlag

Hinterkappelen

Die Pläne für ein neues Tierheim in Bern haben einen Rückschlag erlitten. Das Verwaltungsgericht hat Gegnern des Projekts in Hinterkappelen die Beschwerdebefugnis zuerkannt und deshalb einen Entscheid der kantonalen Justiz- und Gemeindedirektion aufgehoben.

Hundegebell könnte auch weit entfernte Mitbewohner stören.

Hundegebell könnte auch weit entfernte Mitbewohner stören.

(Bild: Keystone)

Das geht aus einem am Mittwoch publizierten Urteil hervor. Anders als die Justizdirektion kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die Hinterkappeler durchaus Beschwerde gegen die geringfügige Änderung des Zonenplans führen dürfen - auch wenn sie in einer Entfernung von 700 Metern Luftlinie zum geplanten Tierheim wohnen.

Im Rechtsstreit, den das Gericht zu berurteilen hatte, geht es bloss um die Erschliessung der Parzelle. Das Baugesuch selber ist sistiert, bis ein rechtskräftiger Entscheid im Planungsverfahren vorliegt.

Hinterkappeler dürfen mitreden

Die kantonalen Behörden vertraten die Ansicht, die Bewohner der Aumatt in Hinterkappelen hätten kein schutzwürdiges Interesse, sich gegen die verkehrssichere Erschliessung einer Waldlichtung im Bremgartenwald zu wehren. Erst später stehe ja dann das Baugesuch für ein Tierzentrum auf der Lichtung zur Diskussion.

Anders sieht es das Verwaltungsgericht. Die Hinterkappeler seien durchaus befugt, schon bei der Erschliessung der Parzelle mitzureden. Die beiden Bewilligungsverfahren stünden schliesslich in einem «engen sachlichen Zusammenhang».

Vom Hundegebell betroffen

Und vom Hundegebell wären die Aumatt-Bewohner dereinst tatsächlich «unmittelbar betroffen», befand das Gericht. Die Immissionen seien durchaus bedeutsam, zumal drei Hundehäuser mit Ausläufen vorgesehen seien.

Nach dem Entscheid des Verwaltungsgerichts liegt der Ball nun wieder beim Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK) - es sei denn, eine der Parteien ziehe das Urteil ans Bundesgericht weiter.

Der Verein Berner Tierschutz bemüht sich seit Jahren um einen Ersatz für das veraltete Heim in Oberbottigen. 2006 reichte er das Baugesuch für das Tierzentrum Bern ein, das auf einer Lichtung des Bremgartenwalds gebaut werden soll.

cls/sda

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