Neues Spital für 300 Millionen

Bern

Die Spital Netz AG vereint ihre beiden Stadtberner Spitäler Ziegler und Tiefenau in einem Neubau am Standort Tiefenau. Eröffnet werden soll dieser bereits 2015. Auf dem Ziegler-Areal will die Stadt Wohnungen bauen.

Adrian Zurbriggen@hollerazu

Ziegler- und Tiefenauspital sind stark renovationsbedürftig. Darum hat ihre Betreiberin, die Spital Netz AG, in den vergangenen Monaten einen Standort für den Bau eines neuen «Stadtspitals» gesucht. Nun hat der Verwaltungsrat von Spital Netz entschieden, was sich schon länger angedeutet hatte: Der Neubau wird am Standort Tiefenau geplant. Im letzten Jahr waren sieben bis acht Areale geprüft worden. Darunter auch die Wankdorf City und ein Grundstück beim Weyermannshaus. «Für den Standort Tiefenau sprach vorab die gute Erschliessung durch die RBS und den Neufeldtunnel», erklärt Daniel Pauli, Verwaltungsratspräsident der Spital Netz AG. Gerade der Autobahnzubringer durch den Tunnel sei für die Ambulanz ideal.

Alte Spitäler zu gross

Eine Renovation der beiden bestehenden Häuser wurde geprüft – und rasch verworfen: «Der zweigleisige Betrieb wäre finanziell und personell zu aufwändig», sagt Pauli. Zudem liessen sich in einem Neubau die Behandlungsabläufe optimieren. «Tiefenau und Ziegler genügen von ihrer Struktur und von ihrem Grundriss her den Ansprüchen an ein modernes Spital nicht mehr.» Nicht zuletzt seien die beiden bestehenden Spitäler auch zu gross: Tiefenau und Ziegler haben heute rund 400 Betten, benötigt werden aber nur noch etwa 300. Dies weil heute vermehrt ambulant und teilstationär behandelt wird.

Die Kosten eines Neubaus schätzt Pauli auf 250 bis 300 Millionen Franken. Bei einer Weiterführung der beiden alten Spitäler wären in den nächsten zwanzig Jahren Investitionen von 150 Millionen nötig geworden. Die Spital Netz AG will den Neubau privat finanzieren. Die anfallenden Zinsen oder Leasinggebühren sollen mit Synergiegewinnen und Einsparungen durch die gesteigerte Effizienz beglichen werden. Eine wichtige Hürde ist laut Pauli, dass der Kanton den Rahmenvertrag, der bislang über 4 Jahre läuft, auf 20 bis 30 Jahre ausdehnt.

Genauer Platz noch offen

Sprach Pauli vor einem Jahr noch davon, in 12 bis 15 Jahren zu bauen, sieht die Spital Netz AG jetzt einen ambitiöseren Zeitplan vor: Schon 2015 soll das neue Spital bezugsbereit sein. Eine Machbarkeitsstudie wird zeigen, wo auf dem Areal gebaut wird: Hinter dem bestehenden Spital mit rund 170 Betten hat die Stadt noch ein grösseres Stück Land freigehalten, das miteinbezogen werden könnte. Klar ist, dass das alte Spital abgerissen wird. Dasselbe Schicksal wird das Zieglerspital ereilen. Das Grundstück gehört der Stadt Bern, welche darauf Wohnungen bauen will, wie Stadtpräsident Alexander Tschäppät erklärt: «Das ist bestens erschlossene, attraktive Wohnlage.» Dasselbe sagte er vor Jahresfrist auch in Bezug auf den Standort Tiefenau – doch die Stadt habe natürlich auch ein vitales Interesse an einem «Top-Spital-Standort», sagt Tschäppät.

Bereits erste Vorboten

Das Zusammenwachsen von Ziegler und Tiefenau hat übrigens bereits begonnen: So wurden auf Anfang Oktober die beiden unabhängigen Kliniken für Innere Medizin zusammengelegt. Auf die weiteren Spitäler der Spital Netz AG in Münsingen, Riggisberg und Aarberg hat der Neubau keine Auswirkungen. In Ziegler- und Tiefenauspital arbeiten zurzeit rund 1200 Personen.

Berner Zeitung

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