Neues Festival für Gantrischgebiet

Riggisberg

Klangantrisch heisst das Musikfestival, das am Wochenende in Riggisberg startet. Geboten wird ein breites Spektrum: Klassik, Pop, Folklore. Klangantrisch ist aber auch ein Fest für die Sinne.

Klangantrisch, Festival im Grünen: Dahinter stehen Oli Kehrli, Christine Bär-Zehnder und Kaspar Zehnder (von links).

Klangantrisch, Festival im Grünen: Dahinter stehen Oli Kehrli, Christine Bär-Zehnder und Kaspar Zehnder (von links).

(Bild: Enrique Muñoz García)

Um den musikalischen Teil von Klangantrisch auszudrücken, reichen drei Wörter: Pop trifft Klassik. Den Auftakt des Festivals in Riggisberg bildet am Freitag Franz Lehárs Operette «Die lustige Witwe», ein klassisches Stück mit volkstümlichem Flair, das den Geschmack der Gantrischregion offenbar trifft, denn es ist fast ausverkauft. Die Höhepunkte finden für Organisator Kaspar Zehnder aber am Sams-tag statt. Der zweifache Swiss-Music-Award-Gewinner James Gruntz, das Metropolitan Orchestra Bratislava, der Berner Chansonnier Oli Kehrli und die Geigerin Gwendolyn Masin werden auftreten.

Zehnder liegt am Herzen, dass verschiedene Musikstile aufeinandertreffen und ineinanderfliessen. «Die musikalische Abfolge am Samstag widerspiegelt genau das, was mir vorschwebte», begeistert sich der Dirigent und Flötist, der auch die Sommerfestspiele Murten Classics leitet (siehe Kasten). Er wollte kein weiteres Klassikfestival. Deshalb wagte er das Kunststück, erst nach dem Ausarbeiten des Programms die passenden Akteure zu finden.

Der gebürtige Riggisberger und jüngste Bruder von Gemeindepräsidentin Christine Bär-Zehnder erklärt das Konzept: «Klangantrisch bedeutet Cross-over – die spannende Verbindung verschiedener Musikstile, aus der spontan Neues, Überraschendes und Unplanbares entsteht.» Christine Bär ergänzt: «Aus der Mischung von Regionalem, Nationalem und Internationalem entsteht ein kulturell-musikalisches Festival mit Ausstrahlung.» Der Gemeinderat von Riggisberg hat das Patronat von Klangantrisch übernommen.

Bodenständig

Ein so anspruchsvolles Musikfestival auf dem Lande? Kann das funktionieren? Christine Bär hofft, dass sich der Anlass nicht über den Köpfen der Leute abspielt. Es sei zudem auch gelungen, zahlreiche Menschen als Freiwillige zum Mitmachen zu gewinnen. Sie sind beim Aufbau dabei, im Service, auf dem Markt und auch als Musizierende, etwa beim Örgelispielen und als Schülerbands. «Die Tatsache, dass so viele involviert sind, spricht dafür, dass wir bei den Leuten sind», sagt Christine Bär.

Auch Kaspar Zehnder betont, dass Klangantrisch nichts Abgehobenes sei. «Kultur ist ein Menschenrecht, kein Hobby der oberen Zehntausend.» Deshalb ist das Riggisberger Festival auch ein Volksfest, teilweise eintrittsfrei, mit Markt, Glace, einheimischen Speisen und Disco. Der Flötist Zehnder wird auch selber musizieren. Auf diese Nähe freut sich Chansonnier Oli Kehrli: «Als Einheimischer freue ich mich besonders darauf, bei Menschen aufzutreten, die ich kenne, an einem Ort, wo ich früher als Töfflibub in den Ausgang gefahren bin», sagt der gebürtige Schwarzenburger.

Heimspiel

Der grosse Anlass ist im Kleinen entstanden. Bei einem Kochkurs kamen der Riggisberger Carunternehmer Peter Engeloch und sein Kollege Thomas Marti auf die Idee, in Riggisberg einen Kulturevent zu lancieren. Mit der Abegg-Stiftung, Kaspar Zehnder und Oli Kehrli konnten sie einheimische Kulturschaffende für ihre Idee gewinnen. Die ist nicht gratis zu realisieren.

Das Budget für Klangantrisch beträgt 250'000 Franken. Den grössten Teil decken Sponsoren, der Kanton und die Gemeinde. Was, wenn die zahlungspflichtigen Anlässe schlecht besucht sind? «Ein allfälliges Defizit tragen wir selber», sagt Zehnder. «Läuft es schlecht, haben wir einfach gratis gearbeitet.»

Berner Zeitung

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