Bern

Neuer Weihnachtsmarkt für die Stadt Bern

BernAuf der Kleinen Schanze findet in diesem Jahr mit dem Berner Sternenmarkt erstmals ein neuer Weihnachtsmarkt statt. Veranstaltet wird er von den Berner Gastronomen Markus Arnold und Tom Weingart.

Winterzeit ist Weihnachtsmarktzeit: In diesem Jahr gibt es erstmals den Berner Sternenmarkt auf der Kleinen Schanze (Symbolbild).

Winterzeit ist Weihnachtsmarktzeit: In diesem Jahr gibt es erstmals den Berner Sternenmarkt auf der Kleinen Schanze (Symbolbild). Bild: iStock

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Noch 151 Tage bis Heiligabend. Und auch wenn die aktuellen Temperaturen eher zu einem Schwumm in der Aare denn zum Weihnachtsshopping animieren, gibt es Leute, die sich bereits heute intensiv mit Weihnachten befassen. Sternekoch und Unternehmer Markus Arnold ist so eine Person. Zusammen mit Gastrounternehmer Tom Weingart steckt er in der Planung für einen neuen Weihnachtsmarkt in Bern.

Der Berner Sternenmarkt, so der Name des neuen Märit, soll vom 29. November bis zum 30. Dezember 2018 auf der Kleinen Schanze stattfinden. Noch steht die Bewilligung aus, die Gespräche zwischen Veranstaltern und Stadt Bern sind im Gang.

Der Gemeinderat sei dem Anlass gegenüber positiv eingestellt, heisst es bei der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie von Reto Nause (CVP) auf Anfrage. Der Gemeinderat ist der Meinung, dass der Anlass eine Bereicherung für die Stadt Bern darstellen würde.

Weitere Attraktion für Bern

Das sieht auch Martin Bachofner, Chef von Bern Welcome, so. «Mit dem Berner Sternenmarkt wird das bereits vielfältige Weihnachtsangebot in der Stadt um eine weitere Attraktion bereichert», sagt er.

«Man soll nicht nur einfach Glühwein trinken, sondern auch auf dem Märit verweilen.»Markus Arnold

Der neue Märit ergänze die bestehenden Märkte auf dem Waisenhaus- und dem Münsterplatz. Für Bachofner ist klar, dass sich die Kleine Schanze als Standort hervorragend eigne dafür, «das qualitativ sehr gute Konzept des Marktes umzusetzen».

Kein Thema mehr ist die Eisbahn. Im Interview mit dieser Zeitung begründete dies Bach­ofner am Mittwoch zum einen mit dem finanziellen Risiko. Zum anderen, weil die Idee in politischen Kreisen nicht nur auf Gegenliebe gestossen sei.

«Das belebt das Geschäft»

Im gleichen Interview erwähnte Martin Bachofner den neuen Markt jedoch nicht. Er sagte, dass Bern Welcome keinen eigenen Event organisieren, sondern dafür sorgen wolle, dass die be­stehenden Angebote besser aufeinander abgestimmt seien.

Deshalb freut sich Bachofner über die Initiative von Markus Arnold und Tom Weingart. Es sei eine Kernaufgabe von Bern Welcome, bei solchen Events als Koordinationsstelle und Anlaufstelle aufzutreten. «Wir haben vermittelt, etwa mit der Gewerbepolizei. Ausserdem brachten wir alle ‹Weihnachtsakteure› an einen Tisch.»

Ein zusätzliches Angebot belebe das Geschäft und bringe dadurch mehr Frequenz in die Stadt. Davon würden auch andere Anbieter profitieren können. Der Eröffnungsanlass für die Berner Weihnachtsmärkte ist für den 29. November auf der Kleinen Schanze vorgesehen.

Ein Märit für Familien

«Traditionell und doch für Bern interpretiert soll der Markt mit rund sechzig Hütten für lokale Spezialitäten und Delikatessen aus aller Welt bekannt werden.» So wird der Sternenmarkt auf der eigenen Website angepriesen. Markus Arnold und Tom Weingart sind in Bern unter anderem mit ihren Pop-up-Restaurants Brother Frank und Mister Mori bekannt geworden. Arnold betreibt ausserdem das Restaurant Steinhalle, das auch während des Weihnachtsmarkts geöffnet bleibt.

«Der Sternenmarkt dauert fünf Wochen, ist also auch so etwas wie ein Pop-up-Projekt», sagt Arnold. Das Ziel der beiden Gas­troprofis ist es, schwarze Zahlen zu schreiben. «Wir finanzieren alles selber», betont Arnold.

Zahlreiche warme oder wetter­geschützte Aufenthaltsorte sollen für ein Weihnachtserlebnis sorgen. «Man soll nicht nur einfach Glühwein trinken, sondern auch auf dem Märit verweilen», sagt Arnold. Vor allem Familien mit Kindern würden sich am Sternenmarkt wohl fühlen. Den Märit mit Gastroangebot, Boutiquen und Designständen sieht er nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den bestehenden Märkten.

Olivier Jaggy von der Berner Marktkommission, welche den Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz veranstaltet, hat Kenntnis vom Sternenmarkt. Zur neuen Konkurrenz sagt er: «Wir begrüssen es, dass die Stadt um eine weitere Attraktion während des Advents bereichert wird.»

Ratlose Touristiker?

Kritisch steht dem neuen Markt Stadtrat Luzius Theiler (Grün alternative Partei) gegenüber. Er reichte im letzten Jahr ein Postulat ein, in dem er den Gemeinderat aufforderte, einem Weihnachtsprojekt auf der Kleinen Schanze jegliche Unterstützung zu verweigern.

«An jedem Weihnachtsmarkt riecht es gleich und wird mehr oder weniger das Gleiche verkauft», sagt Theiler. Somit sei es nicht originell, einen wei­teren Markt in Bern zu veran­stalten. «Vielmehr ist es eine Konkurrenz für die seit vielen Jahren bestehenden Märkte.» Für ihn sei der dritte Weihnachtsmarkt deshalb Ausdruck einer gewissen Ratlosigkeit der Berner Tourismuspolitik. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.07.2018, 19:34 Uhr

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