Wileroltigen

Neuer Präsident braucht Bedenkzeit

WileroltigenDie Gemeindeversammlung Wileroltigen hat Hinnerk Semke zum Präsidenten gewählt. Zudem wurde beschlossen, im Frühling über ein Ja oder ein Nein zum Transitplatz für Fahrende abzustimmen.

Hinnerk  Semke  muss noch ­über­legen,  ob er Präsident sein will.

Hinnerk Semke muss noch ­über­legen, ob er Präsident sein will. Bild: Laura Fehlmann

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Beim Dorfeingang Wileroltigen flattert das Transparent des Bürgerkomitees in Fetzen im Wind. «Kein Transitplatz» ist noch ­gerade knapp lesbar. Das Bürgerkomitee gegen einen Transitplatz für Fahrende markiert auch an der Gemeindeversammlung Präsenz und schlägt zwei seiner Mitglieder für den Gemeinderat vor: Urs Spack und Philipp Stooss. Die beiden werden von den 57 Anwesenden – das sind 21,3 Prozent der Stimmberechtigten – gewählt. Urs Spack sagt zudem zu, vom demissionierenden Edgar Herren auch das Amt des Vizepräsidenten zu übernehmen.

Mit Applaus wählt die Versammlung zudem den Bisherigen Hinnerk Semke als Nachfolger für Gemeindepräsident Christian Grossenbacher, der nach nur vier Jahren Amtszeit zurücktritt. Semke zögert, sagt, er habe ein Zeitproblem und brauche Bedenkzeit. Er kann sich nun zehn Tage über­legen, ob er das Amt annehmen will. Lehnt er ab, muss die Frühlingsversammlung einen Präsidenten wählen.

Der Transitplatz bewegt

Im Traktandum Verschiedenes meldet sich wiederum BDP-Grossrat Daniel Schwaar, Sprecher des Bürgerkomitees. Er erklärt, dass man sich im Dorf auf eine schwierige Zeit vorbereiten müsse. Schwaar beantragt, dass die Versammlung darüber abstimmt, ob an der Frühlingsversammlung das Thema Transitplatz traktandiert werden soll. Zudem verlangt das Bürgerkomitee eine Abstimmung über ein «Ja oder ein Nein zum Transitplatz». So gehe man mit einer klaren Position in die Verhandlung mit der Regierung.

Es entspinnt sich eine längere Diskussion. Die einen finden, man könne das Thema zwar traktandieren, müsse aber nicht abstimmen. Andere wiederum finden es besser, im Voraus klarzustellen, ob man für oder gegen einen solchen Platz ist. Bei der Abstimmung zeigt sich indes eindeutig: Die Versammlung will die vom Komitee vorgeschlagene Abstimmung durchführen. Auch soll im Frühjahr ein Polizeireglement traktandiert werden, «mit dem wir etwas gegen die Fahrenden in der Hand haben», wie ein Mitglied des Bürgerkomitees sagt.

Protest dürfte härter werden

Zur Erinnerung: Auf einer Parzelle an der Autobahn haben Fahrende im Sommer monatelang campiert. Das Grundstück gehört dem Bund. Dieser will es dem Kanton für einen Durchgangsplatz zur Verfügung stellen. Bereits läuft die Projektierung. Mit der Vertretung des Bürgerkomitees im Gemeinderat von Wileroltigen dürfte der Widerstand gegen diesen Platz noch härter geworden sein, obschon das ­zerfetzte Transparent beim Dorfeingang eher das Gegenteil signalisiert.

Dies gefällt nicht allen Dorfbewohnern: An der Gemeindeversammlung bat eine Frau das Komitee, das kaputte Symbol des Widerstands doch bitte zu entfernen. Sie ärgere sich jedes Mal, wenn sie mit ihrem Hund daran vorbeispaziere. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.12.2017, 08:56 Uhr

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