Neuer Bahnhof – neue Probleme

Der Kommentar von Chefredaktor Simon Bärtschi zum neuen Verkehrsregime am Berner Bahnhof.

Für die Stadt Bern ist klar: Es braucht eine neue unterirdische Passage am Hirschengraben.

Für die Stadt Bern ist klar: Es braucht eine neue unterirdische Passage am Hirschengraben.

(Bild: zvg)

Simon Bärtschi@SimonBaertschi

Bern baut um. Verkehrsdirektorin Ursula Wyss hat am Dienstag einen neuen unterirdischen Zugang zum zweitgrössten Bahnhof des Landes, eine Station für 3000 Velos sowie neue Verbote für den Individualverkehr präsentiert. Dies, weil der RBS-Bahnhof nach Westen verschoben wird und dort der Passagierstrom doppelt so gross sein wird.

Der Plan bringt Vorteile für Zugpendler und Passanten. Statt in ein schwarzes Loch hinabzusteigen, verschwinden sie künftig ebenerdig in ein geräumiges Gewölbe – so gehts zügiger zu den Zügen. Mit dem neuen Outfit könnte der Bahnhof Bern gar zur repräsentablen Empfangshalle der Hauptstadt werden.

Wyss schränkt mit ihrem Vorhaben den bereits abnehmenden Autoverkehr rund um den Bahnhof massiv ein, was zwangsläufig zu Umwegverkehr führen wird. Wie das Gewerbe mit der neuen Ausgangslage rund um den Bahnhof umgehen soll, lässt die Verkehrsdirektorin offen. Unter die Räder kommt auch die Länggasse. Die Verbote werden in Berns Vorzeigequartier zu Mehrverkehr führen, die Wohnqualität wird sinken. Der neue Verkehrsstrom soll zwar mit Einfahrverboten und Dosierung reduziert werden, verhindern aber lässt er sich nicht. Das Problem wird nordwärts verschoben.

Noch ist es nur ein Plan. Das letzte Wort hat das Volk in zwei bis drei Jahren. Jetzt braucht es Lösungen, die das Gewerbe nicht einschränken und keine Umwege verursachen. Und dann viel Überzeugungsarbeit.

Berner Zeitung

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