Sitzen wird einfacher

Bern

Die Sitzbänke in Bern werden den Bedürfnissen älterer und behinderter Menschen angepasst – kleine Anpassungen mit grosser Wirkung, so die Behörden.

Ursula Wyss präsentierte am Montag die «Neue Berner Bank».<p class='credit'>(Bild: Adrian Moser)</p>

Ursula Wyss präsentierte am Montag die «Neue Berner Bank».

(Bild: Adrian Moser)

In der Stadt Bern soll der öffentliche Raum so gestaltet sein, dass er von allen Menschen selbstständig genutzt werden kann – ob sie im Rollstuhl unterwegs oder sehbehindert sind, von Alten gleichermassen wie von Eltern mit Kinder­wagen. So will es das Projekt «Umsetzung hindernisfreier öffentlicher Raum», das die Stadt 2017 lancierte, und natürlich wäre es peinlich für eine rot-grüne Stadt, wenn beim derzeitigen Ausbau der Möblierung des öffentlichen Raums nicht ohnehin ein besonderes Augenmerk den Menschen mit Behinderungen und älteren Personen gälte.

«Wie gastfreundlich ist Bern?», fragte Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) gestern vor den ­Medien und liess keinen Zweifel daran, dass bei der Beantwortung dieser Frage auch Art und Ausmass der Sitz­gelegenheiten ein wichtiger Indikator seien. Entsprechend freudig präsentierte sie die «Neue Berner Bank», die vorerst an sieben Standorten anzutreffen ist. Wer sie bis zum 1. Juli testet, kann zu gewissen Zeiten vor Ort an einer Umfrage teilnehmen – oder die Bank auf der Website der Stadt bewerten.

Die Entwicklung der neuen Sitzbank wurde vom Seniorenrat und vom Schweizerischen Seh­behindertenverband begleitet, nach den Rückmeldungen aus der Bevölkerung soll die Bank in Serie produziert werden. Mit 46 Zentimetern ist sie höher als die bisherigen Sitzbänke, was das Aufstehen spürbar erleichtern soll. Noch einfacher wird dies künftig bei jenen Modellen sein, die zusätzlich über eine Armlehne verfügen.

Auch die Banktiefe und die Neigung der Rückenlehne wurden aufgrund der Hinweise der Expertinnen und Experten angepasst. Menschen mit Sehbehinderungen ertasten die Bank künftig dank einer quer unter der Bank verlaufenden Leiste einfacher. Bis 2035 sollen alle 2800 städtischen Sitzbänke vom Typ «Neue Berner Bank» sein.

ss/sda

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