Krone öffnet unter neuer Führung

Bern

Am kommenden Montag eröffnet die Krone Bern in der Gerechtigkeitsgasse wieder ihre Türen. Neue Öffnungszeiten und der Erzbierschof sollen wieder Kundschaft anziehen.

Die Krone wird verjüngt: Domenic Spycher und Michiel Sieburgh starten ab dem 2. Februar 2015 mit ihrem neuen Restaurant.<p class='credit'>(Bild: Claudia Salzmann)</p>

Die Krone wird verjüngt: Domenic Spycher und Michiel Sieburgh starten ab dem 2. Februar 2015 mit ihrem neuen Restaurant.

(Bild: Claudia Salzmann)

Claudia Salzmann@C_L_A

Hochbetrieb herrschte am Dienstagmorgen an der Gerechtigkeitsgasse 66: Gemüse wurde angeliefert, der Kaffeeverkäufer brachte Bohnen vorbei. An den Wänden wurden Originalkunstwerke aus den Beständen von Archivarte aufgehängt. Der Küchenchef Domenic Spycher, bekannt aus dem Goût in der Länggasse und dem Restaurant Süder, hantierte in der Küche. Vorne im Restaurant räumte der Geschäftsführer Michiel Sieburgh, vorheriger Chef de Service im Eleven im Stade de Suisse, Geschirr ein.

Am nächsten Montag macht die Krone Bern an der Gerechtigkeitsgasse die Türen wieder auf, nachdem das Wirtepaar Harper Ende Jahr ihre Gastrotätigkeit an den Nagel gehängt hatte. «Wir starten neu», freut sich der 34-jährige Hotelfachabsolvent Sieburgh. Weg mit den weissen Tischtüchern, weg mit den Lampen, her mit neuer Deko, neuer Küche und neuem Konzept.

Von Pasta bis Mehrgang

Neu sind auch die Öffnungszeiten: Unter Sieburgh und Spycher startet man ab 9 Uhr mit Kaffee und Gipfeli, und das Lokal bleibt nach dem Mittagessen durchgehend bis abends spät offen. Mit vier Mittagsmenüs und frisch gebackenem Kuchen fürs Zvieri wollen die beiden Kundschaft anlocken.

«Wir sind jünger als die Vorgänger und locken so auch Jüngere an», ist sich Sieburgh sicher. Dafür haben sie ihr Menü angepasst, und getreu ihrem Slogan «Eine Beiz für alle» gibt es Abendessen für den Pastaliebhaber ab 20 Franken, aber auch Gourmets werden hier bei einem Mehrgangmenü glücklich. Wie sie sich von der Konkurrenz abheben wollen? «Wir kochen einfach besser», lacht der 32-jährige Spycher. Auch die Getränkekarte lässt sich sehen: Ausgesuchte Weine werden vom Partnerbetrieb und Hauptaktionär Wykeller.ch an der Kramgasse 19 geliefert.

Dreizehn Offenbiere in der Bar

Neu heisst das Lokal «Krone Bern», weil es nicht nur ein Restaurant sei, sondern auch eine Bar: Im hinteren Teil wird ebenfalls ab nächster Woche das Team des Erzbierschofs ihre dreizehn Zapfhähne öffnen. Der Gründer Toni Flükiger ist auch kein Unbekannter: Vor neun Jahren startete er mit Bierdegustationen in einem Altstadtkeller, verkauft seit 2010 Biere in einem Onlineshop und eröffnete 2011 im Liebefeld das erste Lokal. Drei Jahre später expandierte er nach Winterthur und nun in die Berner Altstadt.

Das Haus gehört der Genossenschaft der Singstudenten, die nicht unschuldig an diesem Neustart sind. «Montags pilgerten sie nach ihrer Probe in mein Lokal nach Liebefeld», erklärt der Emmentaler lachend. Nun haben sie ihn in ihre Nähe geholt.

Flükiger schenkt sieben Schweizer Biere aus, von der Rapperswiler Bierfactory bis hin zum Basler Kitchen Brew. «Der Rest kommt aus dem Ausland, vor allem Dänemark, Belgien und den USA», erklärt er sein Konzept.

So werden montags die spontanen Einlagen der Singstudenten durch die Postgasse klingen. «Bier und Gesang schliessen sich nicht aus, und deswegen verstehen wir uns bestens», bestätigt Flükiger. Eines haben sie ihm verwehrt: Statt aus seinem eleganten Bierglas werden sie weiterhin aus ihren eigenen Humpen trinken. Es sei ihnen verziehen.

Berner Zeitung

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