Nause will CVP nicht präsidieren

Bern

Reto Nause rechnet damit, dass er erneut mit seiner Mitteallianz in die Berner Gemeinderatswahlen steigen kann. Des Amt des CVP-Präsidenten ist keine Option mehr.

Wird er Nachfolger von Christophe Darbelley an der Spitze der Schweizer CVP? Berns Gemeinderat Reto Nause.

Wird er Nachfolger von Christophe Darbelley an der Spitze der Schweizer CVP? Berns Gemeinderat Reto Nause.

(Bild: Keystone)

Ralph Heiniger

Nein, der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause wird definitiv nicht Präsident der CVP Schweiz. Aber er will sich als Vorstandsmitglied der CVP Schweiz aufstellen lassen, wobei er im Gegenzug vom kantonalen Parteivorstand zurücktritt. Die Tätigkeit im Vorstand ist mit seinem Amt als Gemeinderat vereinbar, das Parteipräsidium wäre es nicht gewesen. Das haben die Abklärungen des Stadtschreibers ergeben.

«Ich habe nie ein Doppelmandat angestrebt», sagt Nause. Warum dann der Flirt mit dem Partei­präsidium? Er habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er mit der Findungskommission in Kontakt stehe, so Nause. «Politische Karrieren verlaufen selten gradlinig. Es geht immer darum, Optionen auszuleuchten.»

Unsicheres Wahljahr

Ein Wahljahr bringt für einen Gemeinderat naturgemäss eine gewisse Jobunsicherheit mit sich. Es ist nicht auszuschliessen, dass Reto Nause Ende Jahr abgewählt wird. Das Parteipräsidium wäre für Nause dann eine Option ge­wesen, wenn er davon ausgegangen wäre, keine tragfähige Allianz für die Gemeinderatswahlen im Herbst schmieden zu können. Denn der Alleingang wäre für den Vertreter der städtischen Kleinpartei CVP ein fast aussichtsloses Unterfangen gewesen.

«Ich hatte in der Zwischenzeit sehr kon­struktive Gespräche mit unseren bisherigen Allianzpartnern», sagt Nause. Er rechnet also damit, dass er im Herbst erneut mit dem Mittebündnis von CVP, BDP, EVP und GLP in die Gemeinderatswahlen steigen kann. Dieses Bündnis sicherte ihm vor vier Jahren seinen Gemeinderatssitz, und im letzten Jahr verhalf es den beiden GLP-Vertretern im Nationalrat zur Wiederwahl. Auf der Mitteliste sei er bei den Gemeinderatswahlen «nicht chancenlos», sagt Nause. Aber: «Ich habe einen harten Wahlkampf vor mir.»

Sieben Jahre im Schleudersitz

Nause ist seit fünfzehn Jahren Vollamtpolitiker. Er war Generalsekretär der CVP, seit sieben Jahren ist er Vorsteher der städtischen Sicherheits- und Energiedirektion. Er macht diesen Job mittlerweile länger als seine drei Vorgänger zusammen.

Wir erinnern uns: Nach der Entmachtung des FDP-Magistraten Kurt Wasserfallen 2003 waren zuerst Ur­sula Begert (SVP/parteilos), dann Barbara Hayoz (FDP) und Stephan Hügli (FDP/parteilos) im Amt gewesen, bevor Nause 2009 übernahm. «Ich bin der Meinung, dass Kontinuität sowohl der Regierung wie auch der Direktion guttut», so Nause. Trotz aller Schwierigkeiten sei die Sicherheitslage in der Stadt Bern gut.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt