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Nächste Hürde für den Kindergarten

BernDer Baubeginn eines neuen Kindergartens in der Berner Länggasse verzögert sich erneut: Eine Beschwerde wurde weiter ans Verwaltungs­gericht gezogen. Mit den Arbeiten könne frühestens im Juli 2018 begonnen werden.

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Heute findet sich an der Depotstrasse 40 in der Berner Länggasse ein eher kleines, einstöckiges Häuschen, umgeben von einer grosszügigen Gartenfläche mit Sandkasten und Kletterhäuschen. Das über 60 Jahre alte Gebäude sollte es aber schon länger nicht mehr geben, auf der Par­zelle müssten mittlerweile Bauarbeiter und Maschinen am Werk sein. Im November 2016 hatte das Berner Stimmvolk entschieden, dass der alte Kindergarten durch einen modernen, dreistöckigen Neubau ersetzt werden soll. Dort fände sich nicht nur Platz für eine zusätzliche Kindergartenklasse, sondern auch für Tagesschüler aus dem Quartier.

Bis dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt wird, wird es wohl noch dauern: Vor einigen Tagen erreichte ein Brief des städtischen Hochbauamts die Eltern, die direkten Anwohner sowie die Quartierkommission und informierte über die aktuellen Entwicklungen rund um den Kindergarten. «Ein nächstmöglicher Baustart wird auf frühestens Juli 2018 festgesetzt», steht in dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt.

Auf Anfrage bestätigt Stadtbaumeister Thomas Pfluger, dass sich der Bau des neuen Kindergartens erneut verzögert. Vor allem: Auch das angegebene Vorhaben, mit dem Bau in diesem Sommer zu beginnen, sei «sehr sportlich»: «Wir rechnen damit, dass es sogar noch länger dauern könnte.»

Ein holpriger Weg

Bereits als das Projekt noch in den Kinderschuhen steckte und erstmals in der Quartierkommission vorgestellt wurde, habe man gespürt, dass ein holpriger Weg bevorstehe, erzählt Thomas Pfluger: «Deshalb haben wir auch genügend Zeit für allfällige Verzögerungen einberechnet.» Genutzt wurde diese Reservezeit bereits kurz nach der Volksabstimmung, als die ersten Einsprachen gegen das Baubewilligungsverfahren eingereicht wurden.

Bereits in der politischen Diskussion bemängelte man, dass der grosszügige Grünraum mit dem Neubau wegfalle: Zu wenig Platz für zu viele Kinder, lautete das Credo. «Auch deshalb haben wir uns bewusst für ein Projekt entschieden, das die Problematik des Aussenraums aufnimmt und diese durch eine zusätzliche ­Terrassenfläche verbessert», so Pfluger. Zumindest Regierungsstatthalter Christoph Lerch schien diese Bemühungen zu würdigen, als er die Einsprachen im April 2017 ablehnte.

Auf alles vorbereitet

Lange Zeit zum Durchatmen blieb der Stadt aber nicht: Wenige Wochen später wurde eine Beschwerde gegen Lerchs Entscheid eingereicht, welche Ende November 2017 wiederum von der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons abgewiesen wurde.

Der Beschwerdeführer zeigt sich jedoch hartnäckig und zieht sein Anliegen nun ans Verwaltungsgericht weiter. Wie lange dieses Hin und Her noch dauern wird, darüber will Thomas Pfluger nicht mutmassen. «Entweder es geht schnell, und wir können bald mit dem Bau beginnen, oder es geht lange, und wir müssen warten – auf beide Möglichkeiten sind wir vorbereitet.»

Die Stadt könne mit dieser Situation umgehen, meint Pfluger weiter. Man sei zwar auf den zusätzlichen Schulraum angewiesen, man könne das Problem aber vorübergehend auch durch zugemietete Räume lösen: «Wenn sich das Verfahren weiter in die Länge zieht, müssen wir es wohl aus­sitzen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.01.2018, 08:22 Uhr

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