«Nacht der Religionen» in Bern

Bern

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag an der dritten Berner «Nacht der Religionen» die Gelegenheit genutzt, sich mit fremden Glaubensrichtungen auseinander zu setzen.

Video: TeleBärn

«Glücks(ge)fälle» lautete das Motto der diesjährigen Veranstaltungsreihe. Zwischen 18 und 23 Uhr bot sich die Möglichkeit zu Gesprächen, Musik und Feiern in den Kirchen, den Moscheen, der Synagoge und den Tempeln der Stadt Bern.

Die Veranstaltung sei eine Art Messe für die verschiedenen in Bern gelebten Religionen, sagte Gerda Hauck, Präsidentin des Hauses der Religionen, an einer Medienorientierung. Die gemeinsame Nacht schaffe aber auch Orte der Begegnung und des Dialogs.

Das bestätigte etwa der Hindu Sasikumar Tharmalingam. «Früher hatten wir Hindus in Bern Hemmungen im Kontakt mit Muslimen, weil wir nicht wussten, wie wir uns korrekt verhalten sollten», erzählte er. «Heute sind wir fast wie Brüder.»

Tharmalingam verurteilte in aller Form die am Donnerstag publik gewordenen Pläne radikaler Hindus, auf dem Bundesplatz einen Koran und eine Bibel zu verbrennen. Er und seine Glaubensgemeinschaft lehnten solche Aktionen ab, betonte er. «Im Hinduismus gibt es keinen Platz für Bücherverbrennungen.»

Polit-Klima bereitet Sorgen

Vor Jahresfrist habe die anstehende Minarett-Initiative die «Nacht der Religionen» geprägt, berichtete Gerda Hauck. In diesem Jahr sei das rauhe politische Klima ein zentrales Thema. «Wir müssen nicht ausgrenzen, wir können aufeinander zugehen», betonte Hauck.

Die Berner Nacht bildete am Samstag den Auftakt zur gesamtschweizerischen «Woche der Religionen». In deren Rahmen sind mehr als 160 Veranstaltungen in rund 60 Städten und Gemeinden geplant.

jek/sda

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