Kirchdorf

Nach der Fusion die gemeinsame Feier

KirchdorfDie Umsetzung der Fusion von Kirchdorf, Gelterfingen, Mühledorf und Noflen ist Realität geworden. Am Samstag weihten die Einwohner mit einem Fest das neue Wappen ein.

Das neue Wappen Kirchdorfs: Die Doppelwelle soll den Bezug der vier Ortschaften zum Wasser darstellen.

Das neue Wappen Kirchdorfs: Die Doppelwelle soll den Bezug der vier Ortschaften zum Wasser darstellen. Bild: Susanne Keller

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Gerzensee mit seiner Absage an Fusionsgelüste, die Katerstimmung und danach der Aufbruch mit einer neuen Projektgruppe unter der Leitung von Franz Müller: Dies alles war am Samstag bei der Fusionsfeier auf dem Schulhausareal von Kirchdorf Schnee von gestern. An diesem Tag stand die gemeinsame Zukunft der Ortschaften Kirchdorf, Gelterfingen, Mühledorf und Noflen im Mittelpunkt der Gespräche.

Dabei spielte eine schöne Holde die Hauptrolle. Gemeindepräsident Eric von Graffenried pries sie in pathetischen Worten an: Sie, die von altehrwürdiger Herkunft, zeige sich in einem modernen Kleid.

Mit viel Schwung, Klasse und Ästhetik schaffe sie die Verbindung zwischen Alt und Neu. Das Element Wasser spiele dabei – wie bei den vier Ortschaften – eine tragende Rolle.

Vernunft und Autonomie

Gemeint war das noch verhüllte Gemeindewappen an der Schulhauswand, in Form einer Fahne. Bei der Enthüllung schien es beinahe, als würde die Gepriesene ob so viel Lob und dem Applaus der Bevölkerung kräftig erröten. Doch nur im Schragenschnitt, wie dies Heraldiker nennen.

Die in der neuen Gemeinde ansässige Anina Hadorn hatte das Wappen laut von Graffenried entworfen, unter Einhaltung der strengen Regeln der Wappenexperten. In einer Doppelwelle wird der Bezug der vier Ortschaften zum Wasser geschaffen, untermalt mit Blau und Silber.

«Ja, das Wappen ist okay», sagt die 33-jährige Bettina Bergmann aus Gelterfingen nach der Enthüllung. Aber eigentlich löse der Wechsel zu einem neuen Wappen bei ihr keine Emotionen aus, das sei ja einfach ein Stück Stoff. Was dahinterstecke, sei ein Vernunftentscheid, so Bergmann. Die Bürokratie werde mit dem Zusammenschluss der vier kleinen Gemeinden wesentlich vereinfacht.

Die nach Gelterfingen Zuge­zogene betrachtet die Fusion mit einem «lachenden und einem weinenden Auge». Dem Vernunftentscheid stehe ein Autonomieverlust gegenüber, so ihre Einschätzung. In einer kleinen Gemeinde kenne man einander und fühle sich eher verpflichtet, sich zu engagieren.

Aus ganz klein wird klein

Der 46-jährige Matthias Goepfert aus Kirchdorf spricht ebenfalls von einer Vernunftlösung. Er ­ortet die Eigenheiten einer Gemeinde im Kulturellen. Politisch und verwaltungstechnisch ergibt es für ihn Sinn, grossräumiger zu denken. Er hätte sich durchaus einen grösseren Wurf als den Zusammenschluss der vier Gemeinden vorstellen können.

Kirchdorf wird auch nach der Fusion nicht zu einer grossen ­Gemeinde: Aus ganz klein wird klein. Am 1. Januar 2018 zählte das fusionierte Kirchdorf 1851 Einwohner. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.01.2018, 15:50 Uhr

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