Bern

Muslime demonstrieren

BernAm kommenden Samstag findet auf dem Bundesplatz der Tag gegen die Islamophobie und den Rassismus statt. Hauptorganisator ist der Islamische Zentralrat Schweiz. Die Polizei will den Anlass im Auge behalten.

Gegen die Islamophobie und Rassismus wird am kommenden Samstag demonstriert.

Gegen die Islamophobie und Rassismus wird am kommenden Samstag demonstriert. Bild: Colourbox

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Mehrere Hundert Muslime aus der ganzen Schweiz wollen am kommenden Samstagnachmittag auf dem Bundesplatz für ihre Rechte in der Schweiz demonstrieren. Hauptorganisator des Anlasses ist der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS), der rund 2000 Mitglieder zählt. Der IZRS bezeichnet den Anlass als «Grosskundgebung mit Festanteil». Als Referent wird unter anderem IZRS-Präsident Nicolas Blancho auftreten. Zudem wird die 2010 zum Islam konvertierte britische Journalistin Lauren Booth – die Schwägerin von Ex-Premierminister Tony Blair – aus England nach Bern reisen. Weitere Referenten sind etwa Muamer Zukorlic, der langjährige Mufti der islamischen Gemeinschaft in Serbien;?Sulaiman Wilms, Chefredaktor der Islamischen Zeitung aus Deutschland, oder Hajji Oscar A.M. Bergamin, Vorstandsmitglied des IZRS und früher für die Schweizer Armee im Balkan tätig.

Des Weiteren sind diverse muslimische Nasheed-Sänger angekündigt. Dazu kommen Filmvorführungen, Info- und Verkaufsstände. Der Zentralrat schreibt in seinen Unterlagen selber, dass der Anlass als Familienplausch und auch für eine politische Zeichensetzung diene.

Kundgebung ist bewilligt

Der Anlass ist bewilligt. Dies bestätigte gestern Marc Heeb von der städtischen Gewerbepolizei. «Wir haben die Bewilligung in Absprache mit der Kantonspolizei erteilt», so Heeb. Bisher sei die Zusammenarbeit mit den Organisatoren reibungslos verlaufen. «Eine gleiche Kundgebung verlief bereits vor drei Jahren friedlich und ohne Probleme – die Organisatoren hielten sich damals an die Auflagen», sagt Heeb.

Gegen mögliche Störenfriede und Konflikte mit Passanten sind die Organisatoren der Muslim-Kundgebung und die Polizei gewappnet: «Die Sicherheit der Teilnehmer ist gewährleistet, ein Ordnungsdienst schaut in Absprache mit der Polizei zum Rechten», schreiben die Organisatoren auf ihrer Homepage. «Wir werden die Kundgebung der Muslime im Auge behalten», sagte gestern der städtische Polizeidirektor Reto Nause.

Noch weitere Redner?

Ob für den Anlass weitere, unter Umständen auch radikale Referenten anreisen werden, ist unklar. Im Dezember 2009 – nach der Minarett-Abstimmung – wollte der deutsche Radikalprediger Pierre Vogel zu einem ähnlichen Anlass nach Bern reisen. Doch die Fremdenpolizei der Stadt und das Bundesamt für Migration verhängten eine Einreisesperre gegen ihn. In Basel wurde er damals abgefangen.

Ob auch im Vorfeld des diesjährigen Anlasses Einreisesperren verhängt wurden, will Eva Zwahlen, Medienchefin des Bundesamts für Polizei, nicht sagen: «Das erfährt die Öffentlichkeit nicht, das teilen wir nur Betroffenen mit.» Auch die Gefährdungsbeurteilung durch den Nachrichtendienst des Bundes (NDB) ist unklar: «Darüber informieren wir höchstens die Polizei», so NDB-Kommunikationschef Felix Endrich. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.10.2011, 06:30 Uhr

(Video: Telebärn)

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Nicolas Blancho: Präsident des Islamischen Zentralrates. (Bild: Keystone )

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