Museumsdirektor mit zehn

Courlevon

Leonard Riesen ist zehn Jahre alt und hat ein Eisenbahn- und Sammler­museum eröffnet. Wer denkt, dass es sich um ein paar Lokomotiven aus seiner Spielzeugkiste handelt, der täuscht sich.

Stolzer Direktor:?Der zehnjährige Leonard Riesen in seinem Eisenbahn- und Sammlermuseum.<p class='credit'>(Bild: Charles Ellena/FN)</p>

Stolzer Direktor:?Der zehnjährige Leonard Riesen in seinem Eisenbahn- und Sammlermuseum.

(Bild: Charles Ellena/FN)

Ein Andreaskreuz vor dem Haus weist bereits von weitem darauf hin, am richtigen Ort angelangt zu sein. «Museum offen» steht auf einer Tafel mit Kreide geschrieben. Der junge Museumsdirektor öffnet die Tür. Das Museum übertrifft die Erwartungen: Wer sich beim Museum eines Zehnjährigen eine Anordnung von ein paar guten Stücken aus der Spielzeugkiste vorgestellt hat, der täuscht sich.

Die Sammlung von Leonard Riesen füllt einen grosszügigen Raum und ist facettenreich. In Vitrinen gibt es Modellautos und -lastwagen, Dampflokomotiven und Güterwagen verschiedener Grössen und Marken zu bestaunen. «Sie sind nicht zum Spielen», erklärt Leonard Riesen, «dafür sind diese Modelle viel zu heikel.»

«In meiner Familie weiss ich schon am meisten über ­Eisenbahnen.»Leonard Riesen

«Zu einem kleinen Teil habe ich die Stücke von meinem Vater übernommen», andere habe er geschenkt erhalten. «Die meisten kaufte ich jedoch selber mit meinem Taschengeld.» Mit seinen Eltern sei er oft an Flohmärkten in Frankreich, zum Beispiel in Lyon: «Dort finde ich häufig etwas für meine Sammlung.»

Ausser ihm sei niemand von der Familie auf diese Weise an der Welt der Eisenbahn interessiert. «Ich weiss schon am meisten darüber in meiner Familie.»

Schon mit drei begonnen

Der junge Direktor fährt weiter im Rundgang durch sein Museum: «Dies ist eine funktionierende alte Dampfwalze aus England», erklärt er und zeigt auf das Modell. Beim Aufbau der Regale hätten ihm seine Eltern schon geholfen, «das meiste habe ich jedoch selber gemacht».

Die Leidenschaft, sich mit der Modelleisenbahn zu beschäftigen, habe ihn bereits mit drei Jahren gepackt, sagt Leonard Riesen. «Ich habe Stücke aus meiner Kindheit nicht weggeworfen», erzählt Leonards Vater Jeorge Riesen. «Leonard hat sie entdeckt.»

Und so habe sich die Leidenschaft Leonards innerhalb der Familie entwickeln können, «wobei es schon Leonards Welt ist», betont der Vater. Zwei seiner Kollegen hätten sein Museum ­bereits besucht, bei den anderen Klassenkameraden sei das Interesse für die Bahn und seine Sammelstücke nicht vorhanden, «sie haben andere Hobbys», so Leonard Riesen.

Für sein Museum wünsche er sich Besucher, die sich für seine Sammlerstücke interessieren. Und Leonard Riesen hat noch einen Wunsch: «Ich hätte gerne einen richtigen alten Feuerwehrlastwagen der Marke Mercedes-Benz vor dem Haus beim Museumseingang.»

Berner Zeitung

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