Mit Bär und Elefant durch Bern

Bern

Reiseleiter Upul Vidanagama lässt die Kulturen verschmelzen. Als fahrendes Reisebüro macht er in seiner Wahlheimat Bern Stadt­führungen. Für seine Kunden ­organisiert er aber auch ­Rundreisen in seinem ­Heimatland Sri Lanka.

Upul Vidanagama arbeitet als Stadtführer.

Upul Vidanagama arbeitet als Stadtführer.

(Bild: Stefan Anderegg)

Haarscharf passt die Rikscha, die mit einem Elefanten und einem Bären beladen ist, zwischen den Pfosten und Pollern der Stadt hindurch. Die Tour beginnt abenteuerlich und interessant. Denn Reiseleiter Upul Vidanagama weiss wohl mehr über Bern als mancher Berner. Ursprünglich aus Sri Lanka, wohnt der ausgebildete Reiseleiter seit einigen Jahren in der Bundesstadt. Er fühle sich wohl hier. Das Tempo sei wie in Sri Lanka, sagt er. Die Berner, er nennt sie «Bernies», hätten viel Zeit, so wie seine Landsleute.

Im Sommer in Bern

Der Singhalese arbeitet in den Frühlings- und Sommermonaten als Stadtführer. Seine Rikscha hat er mit einem Kunstwerk geschmückt: mit einem Tierkopf, halb Bär, halb Elefant. Es symbolisiert die Leidenschaft für die beiden Orte, die er gleichermassen als seine Heimat ansieht: Bern und Sri Lanka. Die Dekoration steht auch für sein Geschäftsmodell: Erlebe Bern, erlebe Sri Lanka.

Vidanagama führt seine Kunden nicht nur durch die Stadt Bern, sondern bietet auch Rundreisen durch sein Heimatland Sri Lanka an. «Ich will den Bernern zeigen, dass ich ein grosses Inter­esse an ihrer Stadt habe. Das schafft Vertrauen», sagt er.

Wenn die Kundinnen und Kunden ihn als Stadtführer in Bern erlebten, könne er damit seine Fähigkeiten als Reiseleiter demonstrieren. Auf dieser Basis funktioniert sein fahrendes Reisebüro.

Im Winter in Sri Lanka

Wenn bei uns der Schnee fällt, zieht es ihn in seine Heimat. Von November bis April reist Vidanagama nach Sri Lanka, erkundet dort neue Reiseziele, knüpft Kontakte, organisiert die Reisen für seine Kunden und trifft diese ab und zu vor Ort. Der Austausch mit den Kunden sei ihm besonders wichtig. Sprachprobleme hat er dabei keine. Neben seiner Muttersprache Singhalesisch beherrscht Vidanagama Deutsch und Englisch. Und noch etwas Mattenenglisch.

So individuell, wie er Stadtführungen macht, stellt er auch die Reisen nach Sri Lanka zusammen. Manche wollten mehr in die Natur, andere wollten mehr über die Kultur erfahren, sagt er. «Im Winter macht man besser im ­Süden Badeferien, im Sommer ist es an der Ostküste besser. Dies wird alles in der Planung berück­sichtigt.»

Verliebt in die Stadt

In die Schweiz verschlagen hat es ihn wegen der Liebe. Noch in Sri Lanka lernte er eine Frau aus Deutschland kennen und lernte wegen ihr die Sprache. Die Liebe hielt leider nicht, nach Europa reiste er trotzdem. Er konnte eine Bekannte in Zürich besuchen und nahm sich vor, in den deutschsprachigen Raum zurückzukehren.

So kam er Jahre später nach Luzern und verliebte sich dort neu. Seit 2011 lebt und arbeitet er nun in Bern. Besonders gern führt er «Bernies» selbst durch die Stadt. Er kennt jedes Symbol auf der Uhr am Zytglogge, kann von der Stadtgründung bis zur Tour de France 2016 alle wichtigen Namen und Daten erläutern und erzählt mit viel Humor Geschichten und Legenden. Die Stadt hat es ihm angetan. Das Beste an Bern? Die Aussicht auf die Stadt vom Rosengarten, findet Upul Vidanagama. «Bern ist einfach schön.»

www.srilanka-rundreise.ch

Berner Zeitung

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