«Mein Grosi ist meine wichtigste Kritikerin»

Bern

Zu Gast am BZ-Stammtisch war am Mittwoch Volksmusikstar Melanie Oesch von Oesch’s den Dritten.

Die Familie hilft ihr, am Boden zu bleiben: Melanie Oesch wurde mit Oesch’s den Dritten über Nacht zum Star.

Die Familie hilft ihr, am Boden zu bleiben: Melanie Oesch wurde mit Oesch’s den Dritten über Nacht zum Star.

(Bild: Urs Baumann)

Johannes Hofstetter
Tobias Habegger@TobiasHabegger

Melanie Oesch, theoretisch könnten Sie dieses Interview selber führen. Sie haben beim «Thuner Tagblatt» als Journalistin gearbeitet. Haben Sie deshalb heute mehr Verständnis für Journalisten, die Ihnen dauernd die gleichen Fragen stellen?
Ja, ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich als Journalistin machen durfte. Ich schrieb damals Konzertberichte und konnte meine Leidenschaft für Musik mit der Freude am Schreiben verbinden. Jetzt sitze ich bei Interviews auf der Gegenseite, doch die Freude am Schreiben ist mir geblieben.

Sie wurden quasi über Nacht zum Volksmusikstar. Kam der Erfolg für Sie überraschend?
Ja, wir haben nicht damit gerechnet. Obschon wir in unserer Familie immer Musik gemacht haben, sind wir damals ohne Erwartungen an die Vorausscheidungen zum «Musikantenstadl» nach Basel gefahren. Danach wurden wir vom Rummel völlig überrumpelt. Doch irgendwann haben wir gemerkt, dass sich uns eine einmalige Chance bietet. Als dritte Generation der Oeschs konnten wir uns auf einmal einem riesigen Publikum präsentieren.

Würden Sie auch Musik machen, wenn Sie keine einzige CD davon verkaufen könnten?
Wir machen nicht Musik, um einen Trend zu bedienen. Wir machen das, was uns gefällt. Ich glaube, das merken die Fans. Wir würden auch im kleinen Rahmen weiter musizieren.

Sie sind in der Schweiz und in Europa bekannt. Am Fernsehen werden die Auftritte von Oesch’s den Dritten von einem Millionenpublikum verfolgt. Trotzdem heben Sie nicht ab. Wie gelingt Ihnen das?
Es gibt kein Rezept. Jede und jeder muss selber lernen, mit dem Erfolg umzugehen. Bei uns hilft die Familienbande, damit wir auf dem Boden bleiben. Es kam auch schon vor, dass uns die Eltern etwas bremsen mussten.

Als Star bekommen Sie bestimmt viele Schulterklopfer. Wie gehen Sie damit um?
Ich höre vor allem auf die Menschen, die mir ein ehrliches Feedback geben. Das sind Freunde und enge Bekannte. Mein Grosi ist meine wichtigste Kritikerin: Sie sagt es mir geradeheraus, wenn ihr etwas nicht gefällt.

Als Leadsängerin sind Sie die inoffizielle Chefin von Oesch’s den Dritten. Wie gehen Ihre Eltern damit um?
Klar, ich stehe bei den Medien im Fokus. Doch wir funktionieren als Team. Unsere Liedideen entstehen gemeinsam am Küchentisch. Mein Vater ist der musikalische Leiter, er steht seit fünfzig Jahren auf der Bühne. Mami schaut für die Kleider, und Mike organisiert das Technische und die Fahrzeuge.

Berner Zeitung

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