Mehr Touristen dank Velosteg?

Bern

Die alte Idee, in der Stadt Bern eine Fussgänger- und Velobrücke über die Aare zu bauen, erhält neuen Schwung: Die hohe Brücke könnte auch zur Touristenattraktion werden, glauben die Befürworter.

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Seit vierzehn Jahren gibt es Pläne für eine Fussgänger- und Velobrücke über die Aare. Nun will ein Komitee der Idee endlich zum Durchbruch verhelfen und dafür sorgen, dass die Aarequerung zwischen der Länggasse und dem Nordquartier bis in fünf Jahren gebaut ist. Neu ist, dass die Brücke nicht mehr nur Einheimischen dazu dienen soll, zu Fuss und mit dem Velo bequemer unterwegs zu sein. «Die Brücke könnte auch Touristen anziehen», sagte BDP-Stadtrat Kurt Hirsbrunner gestern nach der Gründung des Komitees, dem er neu als Vorstandsmitglied angehört.

Die Brücke soll dereinst von der Inneren Enge bis zur Wylerstrasse über die Aare führen und wäre mit den geplanten 55 Metern fast so hoch wie der Felsenauviadukt. «Die Touristen hätten dort eine wunderbare Übersicht über die Berner Altstadt und einen fantastischen Weitblick in die Berge», schwärmte Hirsbrunner.

Dem Komitee unter der Leitung des grünen Nationalrats Alec von Graffenried gehören auch Vertreter von Pro Velo, des Verkehrsclubs der Schweiz und des Berner Stadtrats an. Dank der Brücke könnten Velofahrer und Fussgänger insbesondere die gefährlichen und überlasteten Verkehrsnadelöhre am Bollwerk und auf der Schützenmatte umgehen. Eine Studie des Kantons hat gezeigt: Täglich würden mindestens 6000 Personen mit dem Velo und weitere 1600 zu Fuss den Steg benutzen.

Bund bezahlt 5 Millionen

Auch der Bund ist von den Plänen überzeugt und würde 5 an die rund 16 Millionen Franken beisteuern, welche die Brücke voraussichtlich kostet. Und trotzdem wollte sich bisher niemand an die Planung machen. Denn derzeit verhandeln Stadt und Kanton, wer die Planungskosten und dann vor allem auch die Bau- und Unterhaltskosten übernimmt.

Das Komitee geht davon aus, dass sich Stadt und Kanton bald über die Finanzierung einigen. Denn beim Berner Gemeinderat ist ein Vorstoss aus dem Stadtrat hängig, der fordert: «Planung endlich an die Hand nehmen!» Steigt die Stadtregierung auf diese Forderung ein, könnte die Planung noch dieses Jahr beginnen, so dass die Panoramabrücke tatsächlich 2019 die ersten Touristen für eine neue Variante der Stadtbesichtigung anziehen würde.

Berner Zeitung

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