Bern

Mann nach Gewalt-Wochenende verstorben

BernAm Sonntagmorgen wurde ein Mann hinter der Reitschule gravierend verletzt. Das Umfeld des Opfers meldete am Mittwoch bereits dessen Ableben, die Kapo bestätigt diesen erst tags darauf.

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Es ist Montag, früher Nachmittag, auf der Tiefenaustrasse stadteinwärts staut sich der Verkehr. Ungewöhnliches spielt sich vor den Augen der Autofahrer ab: Ein Polizist in Vollmontur durchforstet das Laub am Strassenrand. Er macht dies mit einer Greifzange, wie sie in US-Filmen zu sehen sind. Offenbar sucht er nach etwas. Tags zuvor, Sonntagvormittag in Bern. Ein gewalttätiges Wochenende geht zu Ende. Gleich drei Meldungen wird die Kantonspolizei an dem Tag verschicken. Alle betreffen das Gebiet rund um die Reitschule. Jemand wurde ausgeraubt und dabei leicht verletzt. Er hatte dabei noch Glück. Einem 43-jährigen Mann erging es schlechter. Er wurde mit schweren Schnittverletzungen ins Spital eingeliefert. Ein Streit, der laut Zeugen auf dem Vorplatz seinen Anfang nahm, endet auf der Schützenmatte blutig.

Der dritte Vorfall: Kurz nach acht Uhr morgens findet die Polizei am Sonntag auf der Neubrückstrasse beim Henkerbrünnli einen schwer verletzten Mann*. Als die Rettungskräfte eintreffen, kümmern sich bereits Privatpersonen um ihn. Der 32-Jährige wird mit der Ambulanz ins Spital gebracht. Die Verletzungen zog er sich laut Kapo zwischen sieben und acht Uhr bei der Kreuzung Schützenmattstrasse und Neubrückstrasse zu. Bis zu der Stelle, wo er aufgefunden wurde, bewegte er sich selbständig.

Freunde rechnen mit dem Schlimmsten

Wie Recherchen dieser Zeitung ergeben, war es diese dritte Gewalttat, die tags darauf eine Spurensicherung nötig machte. Die Polizei untersuchte unter anderem jenen Bereich, wo der schwer Verletzte aufgefunden wurde. Der Freundeskreis des Mannes rechnete am Mittwoch mit dem Schlimmsten: Auf der Facebook-Seite des Opfers kondolierten die Leute bereits. Auf Anfrage sagen mehrere Bekannte, das Opfer sei verstorben. Auch war zu hören, die lebenserhaltenden Maschinen, an denen der Mann angeschlossen sei, seien mittlerweile abgestellt worden.

Die Kapo bestätigt den Tod des Mannes am Mittwoch noch nicht. Sie hielt fest, dass sobald von offizieller Seite ein Tod bestätigt werden könne, dies auch gemacht würde. Am frühen Donnerstagmorgen gab die Kantonspolizei dann den Tod des 32-Jährigen mittels Medienmitteilung bekannt. Offenbar erlag er noch am Mittwochabend seinen Verletzungen.

Der Club blieb geschlossen

Beim Opfer handelt es sich um einen 32-jährigen Schweizer aus dem Aaretal. In Bern war er als Partyveranstalter bekannt. Auf seiner Facebook-Seite gibt er an, im Nachtclub Dead-End zu arbeiten. Es ist das Lokal beim Henkerbrünnli, in dessen unmittelbarer Nähe der Mann gefunden wurde. Mitarbeiter des Dead-End schrieben am Sonntagabend in sozialen Medien, der Club bleibe an diesem Abend geschlossen. Einer von ihnen sei im Spital gelandet. Wer mehr wisse, solle sich melden. Ein Freund des Opfers schildert auf Anfrage, was er aus der Tatnacht vernommen hat: Das Opfer sei in eine Massenschlägerei geraten, die sich im Raum Reitschule ereignet habe.

Die Kapo macht keine näheren Angaben zu den Verletzungen, weil zum aktuellen Zeitpunkt die Ermittlungen gefährden werden könnten. Wie aber verschiedentlich zu vernehmen ist, wurde das Opfer offenbar mit einem Messer am Kopf verletzt. Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland hat eine Untersuchung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung eröffnet. Es seien im Zusammenhang mit den Ereignissen mehrere Personen einvernommen worden. Zurzeit sitze aber niemand in Haft, so die Kapo.

Bereits am Sonntag schaltete die Polizei einen Zeugenaufruf. Es seien diesbezüglich verschiedene Meldungen eingegangen. Die Polizei prüft derzeit auch, ob ein Zusammenhang zu den anderen Ereignissen in dem Gebiet besteht.

*Name der Redaktion bekannt (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2016, 15:33 Uhr

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