Wileroltigen

Maisfeld soll Fahrende fernhalten

WileroltigenDie Matte ist umgepflügt, statt Gras wächst jetzt Mais: Wileroltigen will verhindern, dass die Fahrenden auf der Parzelle direkt am Autobahnparkplatz erneut halt machen.

Letztes Jahr standen hier Wohnwagen der Fahrenden, nun wächst hinter dem Autobahnparkplatz in Wileroltigen Mais.

Letztes Jahr standen hier Wohnwagen der Fahrenden, nun wächst hinter dem Autobahnparkplatz in Wileroltigen Mais. Bild: Nicole Philipp

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Der Eintrag auf der Website der Gemeinde Fraubrunnen erinnerte in vielem an die vielen Nachrichten, die letztes Jahr derart für Schlagzeilen sorgten. Ausgangs Etzelkofen in Richtung Iffwil, war da vor zwei Wochen zu lesen, hätten sich Fahrende niedergelassen. Die aktuell rund 14 Wohnwagen mit französischen Nummernschildern befänden sich auf einem privaten Grundstück. Die Eigentümer hätten dazu ihre Einwilligung gegeben.

Die Saison der Fahrenden, die auf der Suche nach Arbeit vom Ausland her in die Schweiz kommen, geht wieder los. Und damit steigt besonders dort, wo es Probleme gegeben hat, die Nervosität. Allem voran in Wileroltigen, wo auf einer Matte direkt am Autobahnparkplatz zeitweise bis zu 500 Roma aus Frankreich und Spanien halt machten.

Herumliegende Abfälle und Fä­kalien erregten Unmut in Dorf, für Verunsicherung sorgte weiter das laute Auftreten der in vielem so fremdar­tigen Gruppen. Das Fass zum Überlaufen brachte die Nachricht, der Kanton wolle auf dieser Matte einen definitiven Transitplatz für ausländische Fahrende einrichten. Der Bund als Ei­gentümer biete dazu Hand – nun schlug die allgemeine Verärgerung in offene Ablehnung um.

Bewirtschafter für ein Jahr

Noch ist der Kanton weit davon entfernt, seine Pläne umzusetzen. Trotzdem gingen in Wileroltigen schon vor Jahresfrist viele davon aus, dass auch heuer Fahrende auf die von allen Seiten gut erreichbare Matte an der Autobahn ziehen werden.

Deshalb haben sie nun vorgesorgt: «In stetigem Austausch» mit dem zuständigen Bundesamt für Strassen (Astra) sei man übereingekommen, zu pflügen und dann Mais anzusäen, erklärt Gemeindepräsident Hinnerk Semke.

Ausgeführt hat diese Arbeiten der Bauer, der das Land im Moment nutzt. Das Astra hat die Bewirtschaftung für ein Jahr neu vergeben, und auch hier war die Gemeinde involviert. Total hätten sich fünf Interessenten gemeldet, sagt Semke.

«Am Schluss wurde per Los entschieden, wer den Zuschlag bekommt.» Die Absicht ist klar. Wenn der Boden weich ist und eine rasch wachsende Kultur den Zugang versperrt, werden die Fahrenden einen grossen Bogen um die Parzelle machen. Mit ihren grossen und schweren Wohnwagen würden sie nur stecken bleiben.

Allseits zurückhaltend

Dem Bürgerkomitee, das sich im letzten Jahr als Bewegung gegen die Pläne des Kantons gebildet hat, wird das nur recht sein. Auch wenn sich zurzeit kein Mitglied öffentlich zur Matte an der Autobahn äussert– zu wichtig ist allen die Gemeindeversammlung von nächster Woche: Sie wird in einer Konsultativabstimmung zum Transitplatz Stellung beziehen– und wohl Nein sagen.

Und die Fahrenden mit ihren Interessensverbänden? Sie müssen auf der einen Seite zur Kenntnis nehmen, dass nun ein potenzieller Platz wegfällt, können auf der anderen Seite aber froh sein, dass sich damit ein neuerlicher Aufschrei aus Wileroltigen vermeiden lässt. Was für sie schwerer wiegt, bleibt ebenfalls offen. Gestern war zu dieser Frage von ihrer Seite keine Auskunft zu bekommen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.05.2018, 07:01 Uhr

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