Mäzen lockert Auflagen fürs Kunstmuseum

20 Millionen Franken für ein bestimmtes Anbauprojekt: Von dieser Einschränkung sieht Mäzen Hansjörg Wyss mittlerweile ab. Das Kunstmuseum prüft nun Alternativen.

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Die Geschichte rund um eine bauliche Erweiterung des Kunstmuseums Bern ist geprägt von Hin und Her. Neuste Wendung: Mäzen Hansjörg Wyss, der dem Museum im Oktober über diese Zeitung erneut 20 Millionen Franken für einen Anbau in Aussicht gestellt hat, lockert seine Auflagen.

Eigentlich hatte er an das Millionengeschenk die Forderung geknüpft, dass die Institution an der Hodlerstrasse auf alte Erweiterungspläne zurückgreifen müsste, die 2006 aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen waren. Besagtes Projekt, «an_gebaut», scheiterte damals an den Auflagen der Denkmalpflege. Wyss zog seine Spende schliesslich nach mehreren aussichtslosen Anläufen, das Museum doch noch irgendwie zu erweitern, zurück.

Alternativen werden geprüft

Am Montag sagte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver gegenüber «Der Bund», dass nun auch andere Varianten neben «an_gebaut» geprüft würden. Darauf hätten sich das Museum, Wyss, Vertreter der Stadt Bern, des Kantons und Vertreter von Architekturverbänden in einem gemeinsamen Workshop geeinigt. Der Kanton stelle für diese Abklärungen einen fünfstelligen Betrag zur Verfügung.

Ganz aus dem Rennen ist «an_gebaut» also nicht – jenes Bauprojekt, das an der Rückseite des Museums einen Betonkubus vorsieht. Dabei ist für Museumsinsider längst klar, dass es nicht realisiert werden kann. Zu den denkmalpflegerischen Einwänden kommen Probleme mit der Statik und der Klimatechnik hinzu. Das Museum kommentiert die Erweiterungspläne derzeit nicht.

Neuer Wettbewerb?

Gut möglich, dass das Museum am Ende einen erneuten Architekturwettbewerb lanciert. Das wäre auch im Sinn der Architekturverbände, die das Kunstmuseum scharf dafür kritisiert haben, dass es 2017 den Auftrag für eine Indoor-Erweiterung ohne öffentliche Ausschreibung vergeben hat. Ein Vorhaben, das mittlerweile gestoppt ist. Was hingegen weiter vorangetrieben wird, ist eine nötige Sanierung der Klimaanlage. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.01.2018, 06:34 Uhr

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