Bigla gibt Produktionsstandort auf

Biglen

Der Traditionsbetrieb gibt seine Möbelproduktion ab und verlegt 30 Arbeitsplätze nach Huttwil. Es ist das Ende einer Ära.

Die Bigla stellt Büromöbel her (Bild), die Novex Möbel aller Art. Beide sollen weiterhin als eigenständige Marken auftreten.

Die Bigla stellt Büromöbel her (Bild), die Novex Möbel aller Art. Beide sollen weiterhin als eigenständige Marken auftreten.

(Bild: Adrian Moser)

Cedric Fröhlich@cedricfroehlich

Die Bigla stellt künftig keine Möbel mehr in Biglen her. Die Produktion wird nach Huttwil verschoben, in die Fabrikhallen der Novex, eines Büroausstatters mit Sitz in Luzern. «Zwei Traditionsunternehmen bündeln ihre Kräfte», setzten die beiden Firmen gestern über ein gemeinsames Communiqué. Was im Klartext bedeutet: Die Novex übernimmt die Bigla Office AG, rund 30 Arbeitsplätze werden vom Süd- an den Nordrand des Emmentals verlegt. Mit dem Umzug endet die über 100-jährige Geschichte der Möbelproduktion in Biglen.

Der Schritt markiert die Verzahnung von zwei der letzten «grossen» Möbelproduzenten des Landes. Dies in Zeiten von steigendem Druck am Markt, namentlich verursacht durch den Onlinehandel. Laut Eduard Bähler, dem Geschäftsführer der Bigla Office AG, setze die Konkurrenz aus dem Ausland die Schweizer Hersteller seit Jahren immer stärker unter Druck. Bigla und Novex werden weiterhin als zwei unabhängige Marken agieren. Bähler sieht die Übernahme deshalb nicht als Verlust der eigenen Unabhängigkeit, betont stattdessen das Potenzial von «Synergien» und «Optimierungen» bei der Produktion und der Materialbeschaffung.

50 Mitarbeitende betroffen

Von der Übernahme sind 50 der insgesamt 75 Mitarbeitenden der Bigla betroffen. 30 Stellen wird es in Huttwil weiterhin geben. Für 10 Mitarbeitende wurde laut Bähler «eine andere Lösung» gefunden. Bei den restlichen 10 arbeite man noch daran. Die Massnahme sei von der Belegschaft gefasst aufgenommen worden: «Aber es ist natürlich klar, das muss sich erst einmal setzen.»

«Unser Ziel ist es, so viele Angestellte wie möglich zu transferieren.»Eduard Bähler, Geschäftsführer Bigla Office AG

Man habe die Schliessung verhindern können. Als Nächstes gehe es darum, die Mitarbeitenden für den Wechsel zu motivieren. Dieser soll in einem halben Jahr abgeschlossen sein. «Unser Ziel ist es, so viele An­gestellte wie möglich zu trans­ferieren.»

Die Bigla wird es in Biglen weiterhin geben. Die Verkaufsflächen sowie die Administration verbleiben im Ort. Die zweite Geschäftssparte des Unternehmens, der Verkauf von Spital­betten und Einrichtungen für Pflegeeinrichtungen, ist nicht von der Übernahme betroffen.

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