Löschen in der Fremde

Neuenegg

In der Nacht auf letzten Freitag brannte eine Scheune in Bärfischenhaus. Das Feuer auf Neuenegger Gemeindegebiet löschten die Feuerwehren aus Mühleberg und Laupen. Beim ersten Alarm war der Brandort noch nicht genau lokalisiert.

Brand in Bärfischenhaus.

Brand in Bärfischenhaus.

Hans Ulrich Schaad

Das mutet eigenartig an. In der Nacht auf den letzten Freitag brannte im Weiler Bärfischenhaus eine Scheune. Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei alarmierte um 1.20 Uhr als erstes die Feuerwehr Mühleberg, die später Verstärkung aus Laupen anforderte. Als die Feuerwehrleute feststellten, dass sie sich auf Neuenegger Boden befinden, löschten sie weiter und liessen ihre Neuenegger Kollegen schlafen. Es hätte keinen Sinn gemacht, weitere Einsatzkräfte aufzubieten.

Erste Angaben ungenau

Dass bei diesem Brand die «falschen» Feuerwehren im Einsatz standen, hängt einerseits mit den geografischen Gegebenheiten, andererseits mit den ersten Meldungen zum Feuer zusammen. Der Weiler Bärfischenhaus liegt oberhalb von Laupen. Er hat die Postleitzahl von Rosshäusern, das zu Mühleberg gehört. Politisch allerdings gehört Bärfischenhaus zur Gemeinde Neuenegg. Der Grenzverlauf in diesem Gebiet sei nicht einfach, sagt der Neuenegger Feuerwehrkommandant Urs Streit.

Alarmiert hatte die Einsatzkräfte die Regionale Einsatzzentrale der Kantonspolizei in Bern. Aufgrund der ersten Meldung durch eine Privatperson sei es nicht möglich gewesen, den genauen Brandort und damit die Gemeinde zu lokalisieren, erklärt Polizeisprecher Andreas Hofmann. «Deshalb hat die Einsatzzentrale die geografisch nächstgelegene Feuerwehr aufgeboten.»

Gerade in ländlichen Gebieten sei es nicht immer einfach, den genauen Ort eines Ereignisses ausfindig zu machen. «Wir sind darauf angewiesen, möglichst präzise Angaben oder Beschreibungen zu erhalten», sagt Hofmann. Nicht zu vergessen sei in einem solchen Fall der Faktor Zeit. Es gelte, möglichst rasch die Einsatzkräfte zu alarmieren. Es könne in solchen Gebieten vorkommen, dass die falsche Feuerwehr aufgeboten wird und für den Nachbarn löscht, erklärt der Polizeisprecher.

Wissen könnte fehlen

Wie wichtig es ist, der Einsatzzentrale genaue Angaben zu machen, erklärt Urs Streit. In einem abgelegenen Weiler wie Bärfischenhaus könnten die ortsunkundigen Feuerwehren auf Schwierigkeiten stossen. «Sie wissen unter Umständen nicht, wo der nächste Bezugsort für Löschwasser ist», sagt der Neuenegger Kommandant. Beim Brand vom letzten Freitag mussten die Laupener und Mühleberger eine rund ein Kilometer lange Löschleitung legen.

Noch die Kosten regeln

Beim Brand in Bärfischenhaus ist glücklicherweise nichts Schlimmeres passiert. Zwar ist die Scheune komplett ausgebrannt. Die mit knapp 70 Personen ausgerückten Feuerwehren Mühleberg und Laupen konnten das angrenzende Wohnhaus schützen. «Unsere Kollegen haben gute Arbeit geleistet», lobt Urs Streit, der nachträglich auch an den Brandort gerufen wurde.

Jetzt müssten die Gemeinden noch regeln, wie sie die Kosten des Einsatzes untereinander abgelten. «Da werden wir eine ganz unkomplizierte Lösung finden», ist Urs Streit überzeugt.

Berner Zeitung

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