Lernstunde an der Aare

Bern

Am Samstag findet zum siebten Mal der Berner Umwelttag statt. In fünf Stadtteilen werden spezielle Events durchgeführt. Stattland bietet an der Aare einen neuen Rundgang zum Thema Energie an.

Violinistin Annette Huber unterhält die Teilnehmer musikalisch. Aareschwimmer André Roth (rechts) berichtet dann über die Wasserkraft.

Violinistin Annette Huber unterhält die Teilnehmer musikalisch. Aareschwimmer André Roth (rechts) berichtet dann über die Wasserkraft.

(Bild: Urs Baumann)

Eine Violinistin spaziert Geige spielend von der Dampfzentrale aareaufwärts. Ihr folgen eine Schar Frauen und Männer, Leute, die den von Stattland durchgeführten Rundgang «Bärner Pfupf – eine Energiezeitreise» mitmachen. Am Flussufer bleibt die Geigerin stehen, und aus der Aare steigt ein Schwimmer. «Ja, ja, d’Aare schrysst», sagt er, und dass sie nicht nur gut zum Schwimmen sei. Mit Wasser kann man Strom erzeugen. 1891, vernehmen die Teilnehmer, habe das Kraftwerk Matte seinen Betrieb aufgenommen. Mit dem Strom wurden zum ersten Mal Strassen und Plätze zwischen Zytglogge und Hirschengraben mit Kohlebogenlampen elektrisch beleuchtet.

Historisches und die Zukunft

Die interessierte Gruppe hält auf ihrem dreiviertelstündigen, 800 Meter langen Rundgang an vier weiteren Standorten, wo ihnen Szenen und Geschichten rund um die Energie der Stadt Bern geboten werden. Thematisiert wird nicht nur Historisches, sondern auch der zukunftsweisende Richtplan Energie, der 2014 in Kraft gesetzt wurde. Die Stadt Bern will unter anderem bis 2035 die Stromversorgung zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern gewinnen; bei der Wärmeversorgung sollen es 70 Prozent sein.

Humorvoll, ohne Mahnfinger

Die letzte Station auf dem Rundgang ist der Ausgangspunkt: die Dampfzentrale. Ihre Geschichte begann im frühen 20.Jahrhundert. Weil die Nachfrage nach Strom immer grösser wurde und das bestehende Flusskraftwerk Matte zu wenig davon lieferte, wurde 1904 das thermische Kraftwerk Dampfzentrale gebaut. Die benötigte Kohle gelangte per Schiff aus der Brienzersee-Region zur Dampfzentrale. 1924 ergänzte man die Kohlenkessel durch Dieselaggregate und stellte 1939 den Kohlebetrieb ganz ein. Auf dem Stattland-Rundgang wird auch Energie umgewandelt, aber nicht mittels Turbinen. Auf dem Vorplatz steht ein Velo, und wer Lust hat, kann mit Strampeln Glühbirnen zum Leuchten bringen.

Mit dabei auf dem Spaziergang war auch Adrian Stiefel, Leiter des städtischen Amtes für Umweltschutz. Der Energieexperte rühmte: «Das Thema Energie wird auf diesem Rundgang packend und humorvoll präsentiert, und dies ohne Mahnfinger.»

Berner Zeitung

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