Leerraum-Börse für Bern lanciert

Bern

Bunte Zwischennutzungen von Räumen zeigen, dass mehr Freiräume in Bern ein Bedürfnis sind. Das Projekt Rast lanciert nun ein Tool, um die Leerräume zu sammeln.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Juni 2012: Kultur an der Seftigenstrasse 16. November 2012: Zwischennutzung im Wyler. Januar 2013: Kunst im ehemaligen Lichtspiel. Juni 2013: Neue Zwischennutzung von «CO-Labor» an der Seftigenstrasse 16. Diese vier Beispiele zeigen, dass ein Bedürfnis besteht, leerstehende Räume in der Stadt zu nutzen.

Doch bevor die Räume überhaupt zwischengenutzt werden können, müssen sie erst einmal gefunden werden: Seit Donnerstag fordert das Projekt «Rast» auf ihrer Homepage raum.rast.be Berner auf, Leerräume in Gebäuden zu dokumentieren.

Druck auf Verwaltung und Stadt

Die Idee kommt aus Deutschland und ist unter Crowdmapping bekannt. Um einen Standort einzutragen, braucht es eine Registrierung. Wenn man vor dem Leerraum steht, kann man sich orten lassen. Ansonsten wird die Adresse gesucht und der Eintrag danach mit Bildern und weiteren Angaben, wie Verwaltung und Kontaktperson, ergänzt.

Julia Geiser von «Rast» erklärt: «Unsere Plattform soll es einfacher machen, ungenutzte Räume zu finden und die Hausverwaltung zu kontaktieren.» Ab Samstag sei ebenfalls möglich, Beiträge von anderen Usern zu ergänzen.

Geiser sagt weiter: «Wir wollen auch aufzeigen, wie viele leerstehende Räume es in der Stadt gibt» Um dies zu visualisieren, greifen sie auf eine interaktive Karte zurück. Derzeit sind sechs Standorte erfasst. «Ausserdem wollen wir auch den Hausverwaltungen und der Stadt etwas Druck machen. Dieses Bedürfnis einiger Stadtbewohner muss anhört werden», erklärt Geiser ihr Anliegen weiter.

Die Stadtbehörden haben dieses Bedürfnis bereits erkannt und im kürzlich publik gemachten Nachtleben-Konzept wurde über eine ähnliche Lokalvermittlung oder Raumbörse nachgedacht. Konkret ist jedoch bisher noch nichts. Julia Geiser hat sich bei der Stadt erkundigt, wie weit man sei, doch keine Antwort erhalten.

Erfahrung in Zwischennutzung

Die Nutzungsmöglichkeiten eines solchen Raumes sind zahlreich: Von einem billigen Partyraum für Jugendliche über einen Speeddating-Event bis hin zu einer Kunstausstellung sind der Fantasie des Nutzers fast keine Grenzen gesetzt.

Rast organisierte im vergangenen November eine Zwischennutzung in einem ehemaligen Steinmetzatelier an der Wylerstrasse im Breitenrainquartier. Dort gab es während eines Monats Konzerte, Speeddating, Tauschbörse und Diskussionsrunden. Ihr nächstes Projekt werden sie voraussichtlich im Herbst starten, haben aber am 22. Juni einen kurzen Gastauftritt in Form eines Speeddatings beim «CO-Labor» an der Seftigenstrasse 16.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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