Bern

Lautstarke Kundgebung in Bern gegen kantonale Asylpolitik

BernRund 100 Personen haben am Samstag in Bern gegen die kantonale Asylpolitik und das «Asylbusiness» protestiert. Sie kritisierten vor allem die Verhältnisse in der Zivilschutzanlage Hochfeld, wo Asylsuchende untergebracht sind.

Die Aktivisten setzten sich für eine angemessene Unterbringung der Asylsuchenden in der Zivilschutzanlage Hochfeld ein.

Die Aktivisten setzten sich für eine angemessene Unterbringung der Asylsuchenden in der Zivilschutzanlage Hochfeld ein. Bild: Christian Häderli

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Dort hausten zurzeit bis zu 160 Menschen aus aller Welt unter miserablen Umständen, teilten die Organisatoren der Kundgebung mit. Die Asylsuchenden in der unterirdischen Zivilschutzanlage müssten sich ihre Zimmer über Monate hinweg mit Dutzenden Mitbewohnern teilen.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten «Die Alternative Linke», «augenauf», «Attac», «Bleiberecht», «Debatte Forum» und «Solidarité sans frontières». Die nach ihren Angaben rund 300 Teilnehmer zogen vom Hirschengraben in der Nähe des Bahnhofs lautstark und mit Transparenten durch das Länggassquartier bis zur Zivilschutzanlage Hochfeld.

Sie kritisierten, dass eine gewinnorientierte Aktiengesellschaft, die sich auf die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden spezialisiert habe, nun auch im Kanton Bern Einzug gehalten habe. Auf dem Buckel der Asylsuchenden dürfe man aber kein Geld machen. Die Betreuung der Asylsuchenden in der Anlage Hochfeld hat die Firma ORS übernommen.

ORS weist Vorwurf des Gewinns zurück

In einem Communiqué vom Samstag wies ORS Service AG die Vorwürfe zurück. An Asylsuchenden werde kein Gewinn erzielt und ebenso wenig mit «Einsparungen bei Leistungen oder Löhnen». Erträge erziele ORS nur durch effektives, hoch professionalisiertes Kostencontrolling sowie optimierte Abläufe und effiziente Administration.

Mit der Betreuung von Asylsuchenden rund um die Uhr erbringe das Unternehmen eine Dienstleistung im Auftrag der öffentlichen Hand. ORS Service AG betreibt nach eigenen Angaben die sieben Asylzentren des Bundes und über 50 Kollektivunterkünfte. Nach eigenen Angaben im Internet hat sie rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (chh/sda)

Erstellt: 05.05.2012, 15:39 Uhr

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