Lädere wehrt sich gegen Sparpläne

Bern

Die Lehrwerkstätten Bern sollen ab 2015 die Ausbildungen für Metallbauer, Schreiner und Spengler nicht mehr anbieten. «Schockiert» reagiert die Schulleitung auf die kantonalen Sparpläne.

Nicht nur die Ausbildung zum Schreiner, auch diese zum Spengler und Metallbauer soll die Lehrwerkstätte nicht mehr anbieten.

Nicht nur die Ausbildung zum Schreiner, auch diese zum Spengler und Metallbauer soll die Lehrwerkstätte nicht mehr anbieten.

(Bild: Keystone)

Dieses Jahr hätten die Lehrwerkstätten Bern (LWB) eigentlich allen Grund zur Freude. Die «Lädere» feiert den 125.Geburtstag und ihre Schülerinnen und Schüler sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht, wenn sie den Abschluss in der Tasche haben. «98 Prozent unserer Schulabgänger finden eine Stelle», sagt Direktor Andreas Zysset. Doch am Dienstag zog die Finanzkommission (Fiko) des Grossen Rates einen dicken roten Strich übers Freudenjahr der Lehrwerkstätten.

Die Fiko nahm happige Änderungen am kantonalen Sparpaket fürs Jahr 2014 vor. Die «Lädere» – zuvor noch in der sicheren zweiten Reihe der Sparopfer – steht nun plötzlich ganz weit vorne bei den Abbauplänen. Sie soll ab 2015 ihre 90 Ausbildungsplätze im Metallbau sowie bei Schreinern und Spenglern aufheben. 33 Stellen müssten abgebaut werden.

«Nicht zukunftsweisend»

«Schockiert, aber nicht wirklich überrascht» habe die Schulleitung auf diese Ankündigung reagiert, sagt Direktor Andreas Zysset. Leider habe man damit rechnen müssen, dass man aus Topf zwei der Sparkandidaten in Topf eins wandern könne. Einfach hinnehmen will man die Sparpläne in der «Lädere» nicht. Denn: «Spart man diese Ausbildungsplätze ein, ist das weder schlau noch zukunftsweisend.»

Sicher die Hälfte der heute 90 Auszubildenden werde keine Lehrstelle auf dem freien Markt finden, betont Zysset. «Diese Jugendlichen sind mit der Sparmassnahme aber nicht einfach verschwunden. Sie verursachen dann einfach andernorts Kosten.» In Zwischenlösungen oder in Sozialprojekten zum Beispiel.

In den nächsten Wochen will die Schulleitung der Lehrwerkstätten «mit sachlichen und guten Argumenten» die Mitglieder des Grossen Rates überzeugen, «dass sich Sparen bei der Jugend nicht auszahlt». Es sei «sympathischer Protest» geplant, sagt Zysset. Noch ist die Sparmassnahme nicht beschlossen. Die Fiko-Vorschläge sind Planungserklärungen und müssten vom Grossen Rat überwiesen werden.

Frühestens ab 2015

Nach der Ankündigung der Sparpläne reagierten Eltern besorgt. Der Direktor kann insofern beruhigen, als dass laufende Ausbildungen oder solche, die 2014 starten, in jedem Fall abgeschlossen werden können.

Die Lehrwerkstätten Bern entstanden vor 125 Jahren auf Initiative des Gewerbes. Sie ist heute eine kantonale Schule. Von den rund 500 Lernenden kommen 20 Prozent aus der Stadt Bern, 30 Prozent aus der Agglomeration und 50 Prozent aus dem restlichen Kanton.

Berner Zeitung

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