Kommentar zum Reitschule-Entscheid: «Versprechen einhalten»

Bern

«Bei aller Liebe zur «Halle» wollen die meisten Berner eine Reitschule, die sich von gewalttätigen Demochaoten distanziert und die Probleme auf dem Vorplatz ernst nimmt. »

Tobias Habegger@TobiasHabegger

An der Legitimation der Reitschule gibts nach diesem Abstimmungsresultat absolut gar nichts mehr zu rütteln. Die Solidarität mit dem wohl beliebtesten Schandfleck der Schweiz ist riesig. Weitere Schliessungsinitiativen wären zumindest mittelfristig eine Farce.

Doch Initiant Erich Hess (SVP) will nun auf kantonaler Ebene den Kampf gegen das alternative Kulturzentrum weiterführen. Das ist sein Coming-out als schlechter Verlierer. Zudem ist dieser Plan absurd: Das Gebäude gehört der Stadt. Soll dieses durch den Kanton enteignet werden?

Die Reitschulbetreiber feiern ihren Sieg mit Freibier. Sobald der Kater ausgeschlafen ist, stehen sie jedoch in der Pflicht. Denn bei aller Liebe zur «Halle» wollen die meisten Bernerinnen und Berner eine Reitschule, die sich von gewalttätigen Demochaoten distanziert und die Probleme auf dem Vorplatz ernst nimmt. Mehr als je zuvor haben die Betreiber im Abstimmungskampf den Willen demonstriert, sich gegen die Probleme in ihrem Dunstkreis zu wehren. An diesem Versprechen werden sie nun gemessen, wie Politiker nach einem Wahlkampf.

Berner Zeitung

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