Kommentar: Die Wähler haben mehr Respekt verdient

Bern

Statt Alexander Tschäppät und der RGM-Mehrheit überlegt und ernsthaft die Stirn zu bieten, dribbeln sich die bürgerlichen Kandidaten gegenseitig aus.

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Tobias Habegger@TobiasHabegger

Diese drei Politiker können so keine Stadt regieren. Wie will Vania Kohli (BDP) im Gemeinderat bestehen, wenn sie im Wahlkampf bereits nach dem ersten Gegenlüftchen die Segel streicht? Wie soll Alexandre Schmidt (FDP) als Regierungsmitglied jemals ein politisches Geschäft durchbringen, wenn seine öffentlichen Ankündigungen nach gerade mal zwei Stunden überholt sind? Und wie oft will sich Beat Schori (SVP) noch mit folgendem Standardsatz aus heiklen Situationen reden: «Ich mache es auf Wunsch der Partei»?

Statt dem amtierenden Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät (SP) und der RGM-Mehrheit überlegt und ernsthaft die Stirn zu bieten, dribbeln sich die oben genannten bürgerlichen Kandidaten gegenseitig aus. Die Konkurrenten und die Kritiker von Tschäppät sind nicht nur hoffnungslos zerstritten, sondern auch noch so unbedarft, dies an Pressekonferenzen und in Medienmitteilungen der Stadtbevölkerung mitzuteilen.

Das Ergebnis ist ein Chaos, das einer Regierungswahl in der Hauptstadt unwürdig ist. Offensichtlich will niemand aus der BDP, der FDP und der SVP ernsthaft Stadtpräsident werden. Die drei Parteien missbrauchen ihre Kandidaturen lediglich als Bühne für parteipolitische Strategiespiele. Den Wählern gegenüber ist das respektlos.

Mail: tobias.habegger@bernerzeitung.ch Diskussion: blog.bernerzeitung.ch/leserblog

Berner Zeitung

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