Köniz und Kehrsatz wollen «grünes Band»

Köniz/Kehrsatz

Die beiden Berner Gemeinden Köniz und Kehrsatz wollen dem räumlichen Übergang zwischen Stadt und Land mehr Aufmerksamkeit sch.

Die Gemeinde Kehrsatz pflanzte im Gebiet Selhofen mehrere Bäume, die einen Schul- und Spazierweg flankieren und diesen damit aufwerten sollen.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Die Gemeinde Kehrsatz pflanzte im Gebiet Selhofen mehrere Bäume, die einen Schul- und Spazierweg flankieren und diesen damit aufwerten sollen.

(Bild: zvg)

Die beiden Berner Agglomerationsgemeinden Köniz und Kehrsatz widmen dem räumlichen Übergang zwischen Stadt und Land ihre Aufmerksamkeit. In dieser Pufferzone zwischen Siedlungsdruck und produzierender Landwirtschaft soll ein so genanntes «grünes Band» entstehen.

Das grüne Band, so hoffen die beiden Gemeinden, soll eine Art aktiv gestalteter Begegnungsort werden - offen für eine zeitgemässe Landwirtschaft, die eine stadtnahe Kulturlandschaft prägt. Aber auch offen für Bedürfnisse der Städter nach Ruhe, Erholung und lokalen Angeboten.

Ein «vorbildliches Miteinander» von Natur, Landwirtschaft, Tradition und Freizeit soll es werden, so das Ziel. Erste Projekte beginnen nun, den abstrakten Begriff mit Inhalten zu füllen: Am Freitag pflanzten Behördenvertreterinnen und -vertreter der beiden Gemeinden am Rand des Dorfs Kehrsatz einen Baum.

Er gehört zu einer Reihe von elf Obstbäumen alter Sorten, mit denen die Gemeinde Kehrsatz im Gebiet Selhofen einen Schul- und Spazierweg flankieren und damit aufwerten will.

Die Behörden und Planer zeigten anschliessend Medienschaffenden in Wabern drei Pflanzgärten, ein Blumenfeld für Bienen und ein Sonnenblumenfeld zum Selberpflücken. Auch diese kleine Anlage auf Land der Gemeinde Köniz soll den Siedlungsrand aufwerten.

Die Könizer Gemeinderätin Rita Haudenschild und die Kehrsatzer Gemeindepräsidentin Katharina Annen sagten, demnächst entschieden die beiden Gemeinderäte über weitere Projekte zur Konkretisierung des Grünen Bands. Die Rede war von Massnahmen zugunsten von Amphibien im Köniztäli und von einem neuen Weg zwischen dem Bahn-Haltestelle Kehrsatz Nord und den Wohnquartieren darüber.

130'000 Franken vom Fonds Landschaft Schweiz

Die Idee eines Grünen Bands entwickelte die Gemeinde Köniz, als sie ein Raumentwicklungskonzept erarbeitete. Das Grüne Band sollte verhindern, dass das städtische Siedlungsgebiet dieser heterogenen Gemeinde unkontrolliert ins Land hinauswächst.

Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland übernahm 2011 diese Idee: Sie verankerte sie im regionalen Richtplan Raumentwicklung. Ausserdem ist diese Vision nun auch Bestandteil der Regionalen Landschaftsplanung für den Grossraum Bern, die sich noch bis Ende September in der Vernehmlassung befindet.

Ein Grünes Band so, wie es die Gemeinden Köniz und Kehrsatz beschreiben, soll also die ganze Kernagglomeration umfassen: von der Aare bei Kehrsatz über den Rand von Bümpliz und zwischen den Ortschaften Münchenbuchsee und Zollikofen hindurch zurück zur Aare bei Muri.

Dem Fonds Landschaft Schweiz (FLS) gefällt das. Michel Bhend vom Fonds sagte am Freitag am Medienanlass, diese Vision eines Grünen Bands rund um eine Stadt sei schweizweit einzigartig. Nun gelte es aber eben, die Vision mit Inhalten zu füllen. Es sei zu hoffen, dass das Beispiel von Kehrsatz und Köniz Schule mache.

130'000 Franken stellt der Fonds den beiden Gemeinden zur Verfügung. Da er jeweils nur dann zahlt, wenn auch die Gemeinden ein Projekt mitfinanzieren, könnte der FLS-Beitrag laut Haudenschild Landschaftsaufwertungsmassnahmen im Wert von bis zu 300'000 Franken auslösen. Zum Grünen Band gibt es inzwischen auch eine eigene Internetseite.

In Köniz bereits festgelegt

Als Bestandteil des regionalen Richtplans Raumentwicklung ist das Grüne Band laut Haudenschild bereits behördenverbindlich. Allerdings hat nur Köniz das Grüne Band bisher auch schon in der Ortsplanung verankert und parzellenscharf festgelegt.

Haudenschild sagt, wenn das auch in anderen Gemeinden der Region so gehandhabt werden solle, müsste die Regionalkonferenz Bern-Mittelland dies fordern.

Diejenigen Gebiete, die in der Gemeinde Köniz im Bereich des Grünen Bands liegen, gelten als Landschaftsschongebiete. Wer Land in diesem Gebiet besitze, müsse keine Einschränkungen befürchten, sagte Haudenschild. Ziel der Massnahme sei, dass Projekte in diesen Gebieten mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt würden. Die Gemeinde Köniz werde in diesem Bereich wohl mit Anreizen arbeiten.

tag/sda

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