Ostermundigen

Kleine und grosse Sparopfer

OstermundigenWie gefordert hat der Ostermundiger ­Gemeinderat das Budgetdefizit von 2,1 auf 1,6 Millionen reduziert. Die ­Folge: Die Hochbauabteilung erhält keine neuen Stellen,die Weihnachtsbeleuchtung fällt ebenfalls weg.

Einen derart beleuchteten Kreisel wird es zu Weihnachten in Ostermundigen wohl vorderhand nicht mehr zu sehen geben.

Einen derart beleuchteten Kreisel wird es zu Weihnachten in Ostermundigen wohl vorderhand nicht mehr zu sehen geben. Bild: Jürg Spori

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«Ab jetzt wird es wehtun.» Das kündigte Gemeinderat Erich ­Blaser (SVP) an, nachdem das ­Ostermundiger Parlament im Dezember das Budget 2018 zurückgewiesen hatte – verbunden mit dem Auftrag, 500'000 Franken mehr zu sparen.

Am Donnerstag hat der Gemeinderat das überarbeitete Budget präsentiert. Das Defizit wurde von 2,1 auf 1,6 Millionen Franken gesenkt, dies bei einem Umsatz von knapp 100 Millionen Franken und gleich bleibendem Steuerfuss von 1,69.

Im Gemeinderat seien harte Diskussionen geführt worden, sagt Blaser. Sogar über die Schliessung der Badi habe man gesprochen, sei aber wieder davon abgekommen. «Wir wollen dort sparen, wo die Bevölkerung am wenigsten darunter leidet.» Schliesslich hat der Ge­meinderat eine grössere und verschiedene kleinere Massnahmen beschlossen.

Keine neuen Stellen

Den Grossteil muss die Abteilung Hochbau sparen. Diese sei chronisch unterbesetzt; es brauche dringend zwei neue Stellen, hatte die zuständige Gemeinderätin Maya Weber Hadorn (SP) letzten Sommer erklärt. Für die Zusatzstellen waren 270'000 Franken eingeplant. Das wird nun gestrichen, dafür erhält der Hochbau 65'000 Franken mehr für Unterstützung durch ein externes ­Büro. Das Problem der unterbesetzten Abteilung ist damit aber nicht gelöst, oder? Maya Weber antwortet diplomatisch: «Der Gemeinderat hat entschieden, und ich halte mich an das Kollegialitätsprinzip.»

Die anderen Einsparungen liegen im Tausender- und Zehn­tausenderbereich. Erich Blaser nennt ein paar Beispiele: Der Wirtschaftsapéro und die Aufgabenhilfe werden gestrichen. Gemeindeangestellte erhalten keine Reka-Check-Vergünstigungen mehr. Zudem stellt die Gemeinde 2018 keine Weihnachtsbeleuchtung auf. Sie spart Sitzungsgelder, indem sie die Fachkommission Kultur aufhebt. Und schliesslich verzichtet sie auf die Kultur- und Sportlerehrung.

Entscheid im Februar

Wie sehr tun diese Sparmassnahmen nun weh? «Ich denke, der grosse Leistungsabbau konnte vorerst verhindert werden», antwortet Erich Blaser. Er ist sich aber bewusst, dass die Sparmassnahmen nicht nachhaltig sind. Das strukturelle Defizit der Gemeinde bleibt bestehen, der Steuerertrag pro Kopf ist nach wie vor tiefer als anderswo. Um auf Dauer Gegensteuer zu geben, unterzieht sich die Gemeinde im Moment einer Aufgaben- und Leistungsüberprüfung.

Am 22. Februar entscheidet das Ostermundiger Parlament über das neue Budget. Erich Blaser hofft auf ein Ja, «schliesslich haben wir die Vorgaben erfüllt». Bei einer erneuten Rückweisung dagegen wäre es laut Blaser fraglich, ob bis 30. Juni ein rechtskräftiges Budget vorliegen würde. Das muss es aber – sonst legt der Regierungsrat das Budget fest. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.02.2018, 07:58 Uhr

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