Kita-Gutscheine schneiden gut ab

Die Betreuungsgutscheine für Kindertagesstätten, welche die Stadt Bern 2014 eingeführt hat, wirken sich laut einer Studie «mehrheitlich positiv» aus.

Das neue Gutscheinsystem für Kitas erhält in der Studie gute Noten (Symbolbild).

Das neue Gutscheinsystem für Kitas erhält in der Studie gute Noten (Symbolbild). Bild: Urs Baumann

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Ein Zwischenfazit zu den Kita-Gutscheinen in der Stadt Bern fällt positiv aus: Laut einer Studie haben die Gutscheine das Angebot verbessert, doch sehen die Autoren der Studie Defizite beim angestrebten Wettbewerb.

Zwischen 2013 und 2015 seien in der Stadt Bern sieben neue Kitas und 676 zusätzliche Betreuungsplätze entstanden, schreiben die Autoren der am Freitag vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) publizierten Zusammenfassung der Studie.

Kürzere Wartezeiten

Vor dem Wechsel zum Gutscheinsystem mussten 28 Prozent der Eltern durchschnittlich 40 Wochen auf einen Betreuungsplatz warten. Nach der Einführung der Gutscheine waren es nur noch 17 Prozent und die Wartezeit hatte sich auf durchschnittlich 20 Wochen verkürzt.

Schon vor dem Systemwechsel von der Subventionierung der Kitas hin zur Abgabe der Gutscheine an die Eltern habe die Stadt Bern allerdings die Subventionen deutlich erhöht, schreiben die Autoren der Studie.

Das habe gewiss auch zur Schaffung neuer Gutscheinplätze beigetragen, so Philipp Walker und Annick Baeriswyl vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Ecoplan.

Anhebung der Tarife empfohlen

Ein weniger positives Fazit ziehen die Autoren zum Wettbewerb, den sich die Befürworter des Gutscheinsystems bei der Einführung erhofften. Sie schreiben dies den ihrer Ansicht nach zu tiefen Tariflimite von 110.85 Franken ohne Mahlzeiten zu. 39 der 45 befragten Kitas gaben den Studienautoren an, die Gutschriften reichten nicht aus, um die Vollkosten zu decken.

Das führt dazu, dass viele Kitas unterschiedliche Tarife für Gutscheinplätze und private Plätze aufweisen und mit den höheren Preisen für die privaten Plätzen die Defizite decken, welche durch die Gutscheinplätze entstehen. Das wiederum verhindere eine stärkere Differenzierung der Angebote und Innovation.

Die Autoren empfehlen deshalb, die Tariflimite aufzuheben oder zumindest anzuheben. Aufgrund der aktuellen, wettbewerbshemmenden Tariflimite bestehe weiterhin ein zweigeteilter Markt.

Erschienen ist die Zusammenfassung der Studie in der Zeitschrift «Soziale Sicherheit CHSS» des BSV. Sie wurde gemäss den Autoren im Auftrag der bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektion durchgeführt und vom BSV mitfinanziert. Die Autoren stützen sich auf Erhebungen von Kitas und Eltern im Jahr 2013, also vor dem Systemwechsel, und im Jahr 2015.

Beschäftigungsgrad der Eltern entscheidend

Im Jahr 2011 sprach sich das Stadtberner Stimmvolk an der Urne zu einem grundsätzlichen Systemwechsel bei der Finanzierung der Kindertagesstätten aus. Im Jahr 2013 genehmigte es das Reglement über die Betreuungsgutscheine.

Eine Mitte-Rechts-Allianz setzte sich damals gegen die Linke durch, welche mit einem Volksvorschlag an der Urne scheiterte. Dieser sollte den bestehenden Maximaltarif für die Eltern gewährleisten und sah weiterhin eine Defizitgarantie für die städtischen Kitas vor.

Im November 2013 verschickte die Stadt Bern die ersten Kita-Gutscheine. Deren Höhe hängt vom gemeinsamen Beschäftigungsgrad der Eltern ab. (cha/sda)

Erstellt: 10.06.2016, 18:25 Uhr

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