Keine Kehrtwende beim Französisch

Der Grosse Rat will am eingeschlagenen Kurs beim Französischunterricht festhalten. Die Bürgerlichen scheiterten mit ihrer ­Forderung, wieder auf alte Lehrmittel zurückzugreifen.

Der Französischunterricht soll so weitergeführt werden wie in den letzten Jahren, findet der Grosse Rat.

Der Französischunterricht soll so weitergeführt werden wie in den letzten Jahren, findet der Grosse Rat. Bild: Keystone

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Die Familie Châtelain aus dem Französischbuch «Bonne chance» kehrt nicht in die Berner Schulstuben zurück. Der Grosse Rat hat am Mittwoch eine Motion von Hans-Peter Kohler (FDP, Köniz) deutlich abgelehnt.

Er forderte, möglichst rasch neue Französischlehrmittel zu prüfen oder als Alternative «Bonne chance» wieder einzuführen. «Auch ein Schritt in die Vergangenheit kann ein guter Schritt sein», sagte ­Kohler dazu.

Hintergrund seines Vorstosses ist die Kritik an den neuen Lehrmitteln «Mille feuilles» fürs Frühfranzösisch und «Clin d’œil» für die Oberstufe. Verschiedentlich hiess es, diese seien schlecht aufgebaut, Alltagswortschatz und Grammatik kämen zu kurz.

Nein zum Vergleich

Kohlers Forderung nach einem Schritt zurück war im Grossen Rat aber nicht mehrheitsfähig. Zumal der Lehrmittelverlag Plus bereits auf die Kritik reagiert hat und die Lehrmittel derzeit überarbeitet. «Vor einem Jahr gab es beim Französischunterricht vielleicht tatsächlich Handlungsbedarf. In der Zwischenzeit ist aber sehr viel geschehen», sagte Thomas Brönnimann (GLP, Mittelhäusern).

Gleicher Meinung ist die BDP: Die Lehrpersonen sollten nun erst einmal mit den neuen Schulbüchern arbeiten, meinte Jan Gnägi (BDP, Jens). Dass mit der Überarbeitung der Lehrmittel nun alles in Ordnung sei, stellte Kohler in Abrede. Gleichgesinnte fand er mit seiner Position bei der FDP und der SVP. Schliesslich wurde die Forderung aber mit 97 zu 46 Stimmen abgelehnt.

So ganz geheuer scheint den Grossräten der heutige Französischunterricht dann aber doch nicht zu sein. Das zeigte die Abstimmung zum zweiten Französischvorstoss. Nur mit einer Stimme Differenz sprach sich das Parlament gegen einen wissenschaftlichen Vergleich des alten und des neuen Lehrmittels im Kanton Bern aus.

Gefordert hatten das Donat Schneider (SVP, Büren), Corinne Schmidhauser (FDP, Interlaken) und Sabina Geissbühler (SVP, Herrenschwanden).

Evaluation ist vorgesehen

Da die beiden Lehrmittel unterschiedliche Ansätze verfolgten, wäre ein solcher Vergleich schwierig, befand die Mehrheit der Politiker. Auch Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) zweifelte die Aussagekraft einer solchen Studie an.

«Wir würden dadurch lediglich erfahren, dass die Schüler in manchen Bereichen besser sind und in anderen schlechter.» Wie aber sollte ein solches Resultat dann interpretiert werden, fragte Pulver rhe­torisch.

Er wies zudem darauf hin, dass im Rahmen des Frühfranzösischprojekts sowieso Evaluationen vorgesehen seien. «Falls diese zeigen, dass wir die gesteckten Ziele nicht erreichen, werden wir Anpassungen vornehmen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.09.2016, 07:04 Uhr

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