Kein Sommerkino mehr auf der Grossen Schanze

Bern

Hauptsponsor Salt zieht sich von den Open-Air-Kinos zurück. Das Sommerkino auf der Grossen Schanze wird nächstes Jahr ausfallen. Ein rasches Comeback des Events scheint auch wegen des Umbaus des Bahnhofs fast ausgeschlossen.

Aus wirtschaftlichen Gründen wird es ab 2016 kein Open-Air-Kino mehr in Bern geben.<p class='credit'>(Bild: Salt Cinema)</p>

Aus wirtschaftlichen Gründen wird es ab 2016 kein Open-Air-Kino mehr in Bern geben.

(Bild: Salt Cinema)

Ralph Heiniger

Stolze 25'000 Besucher lockte Salt Cinema diesen Sommer an 31 Filmabenden auf die Grosse Schanze. Und das wars dann. Wie der Veranstalter gestern mitteilte, beendet Titelsponsor Salt sein Engagement für die Open-Air-Kinos in Zürich, Genf, Basel und Bern.

In Genf und Zürich konnten bereits neue Sponsoren gefunden werden, für Basel sucht der Veranstalter zusammen mit bestehenden lokalen Partnern eine Lösung. Anders in Bern: «Auch wenn der Entscheid sehr schwer fällt, aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir ab 2016 auf den Standort Bern verzichten», sagt Peter Hürlimann, Gründer und Veranstalter der Freiluftkinos.

Das Titelsponsoring von Salt ermöglichte die nationale Durchführung der Open-Air-Kinos in vier Städten. Rund zwei Drittel des Budgets stammten aus Werbe- und Sponsoringeinnahmen. Davon bezahlte Hauptsponsor Salt rund drei Viertel. Weil in Bern lokale Sponsoren fehlten, wurde der Event auf der Grossen Schanze während vielen Jahren quersubventioniert, so Hürlimann.

Man habe auch in Bern nach Alternativen zu Salt gesucht, doch: «Gespräche mit potenziellen neuen Sponsoren verliefen erfolglos, und ein entsprechender Ersatz konnte leider nicht gefunden werden.» Migros und Postfinance, die das Sommerkino noch bis 2009 sponserten, sind nicht daran interessiert, für Salt einzuspringen. Auch eine Preiserhöhung hätte das Problem laut Hürlimann nicht gelöst: «Davon hätten vor allem die Filmverleiher profitiert.»

Grosse Schanze wird Baustelle

Der Veranstalter kann eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. «Wir haben nicht gespürt, dass sich die Stadt Bern um das Open-Air-Kino bemüht.» Wenn ein Privater auf öffentlichem Grund etwas veranstalte, werde dies schnell als Kommerz kritisiert und der Veranstalter als Profiteur verdächtigt. «Dass wir ein Kulturangebot sind, welches den Steuerzahler nichts kostet, wird oft verkannt», sagt Hürlimann.

Besonders schwierig ist die Suche nach einem neuen Sponsor in Bern auch deshalb, weil der Standort ab 2017 voraussichtlich verlegt werden muss. Die Grosse Schanze wird dann nämlich wegen des Ausbaus des Bahnhofs zur Grossen Baustelle. Wo man dieses Jahr die «Minions» und «Birdman» bestaunen konnte, soll ein neuer Fussgängerzugang zum Bahnhof entstehen.

Kino im Schwellenmätteli?

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) bedauert das Aus für das Freiluftkino. «Ich habe das persönlich sehr geschätzt.» Da die Grosse Schanze ab 2017 als Standort kaum noch infrage kommt, schwärmt Tschäppät von einem neuen Open-Air-Kino im Schwellenmätteli. Mit Kopfhörern fürs Publikum und einer in die Aare eingegossenen Leinwand. «Das ist an sich eine alte Idee. Für die Realisierung bräuchte es jetzt einen innovativen Unternehmer.»

Berner Zeitung

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