Bern

Junge planen die Zukunft

BernIn Bern tagt die nationale Konferenz des Europäischen Jugendparlaments. Organisiert haben den Anlass Absolventen des Gymnasiums Kirchenfeld.

Diskutieren die Themen der Zukunft: Die Mitglieder der Kommission «Employment» bei der Beratung.

Diskutieren die Themen der Zukunft: Die Mitglieder der Kommission «Employment» bei der Beratung. Bild: Stefan Anderegg

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Lynn Jacobshagen sitzt gemeinsam mit einer Handvoll Gleichaltrigen in einem Seminarzimmer der Universität Bern. Es wird angeregt diskutiert – in akzentfreiem Englisch. Thema der Diskussion: Wie Rechte und Interessen von Praktikanten verbessert werden können.

Die 17-jährige Schülerin des Gymnasiums Kirchenfeld ist Mitglied der Kommission «Employment», einer von elf Arbeitsgruppen an der 19.nationalen Selektionskonferenz des Europäischen Jugendparlaments (EJP).

Vielfältige Diskussionen

Das EJP wurde 1987 gegründet und hat mittlerweile Ableger in 35 Ländern. Ziel ist es, die persönliche Entwicklung der Jugendlichen zu unterstützen, das politische Bewusstsein zu schärfen sowie den kulturellen Austausch zu fördern.

An der Konferenz in Bern nehmen rund 200 Mittelschüler teil. Sie sind dafür aus allen Landesteilen angereist. Ausserdem sind Delegationen aus Portugal, Schweden und Frankreich einer Einladung gefolgt. Seit Mittwoch arbeiten sie nun gemeinsam an Lösungsvorschlägen zu gesellschaftspolitischen Problemen wie Energiewende, Jugendarbeitslosigkeit oder Flüchtlingsproblematik. Am Ende der Debatte formuliert schliesslich jede Kommission einen Resolutionsvorschlag.

Berner Organisation

Seit fünf Jahren entsendet das Gymnasium Kirchenfeld regelmässig Schülerinnen und Schüler ins Europäische Jugendparlament. Bei der Durchführung der nationalen Konferenz waren nun Absolventen der Stadtberner Mittelschule federführend.

Manon Schürch und Moritz Bondeli waren früher selber Delegierte. Heute sind sie Cheforganisatoren der Berner Konferenz. «Wir haben während unserer Gymnasialzeit extrem viele positive Erfahrungen sammeln dürfen», erklärt Schürch.

«Auf diesem Weg können wir etwas zurückgeben.» Bondeli betont zudem, dass das EJP deshalb so wertvoll sei, weil es frei von politischer Färbung, landesspezifischen Unterschieden oder kulturellen Barrieren gemeinsame Visionen entwickle.

Lohn- und Chancengleichheit

Ob die Forderungen der Kommission «Employment» Gehör finden, entscheidet sich in der Abschlusssession, die am Wochenende im Weltpostverein stattfindet. Lynn Jacobshagens Gruppe wird sich dort dafür einsetzen, dass für Praktikanten internationale Lohnstandards sowie Arbeitszeitenregelungen eingeführt werden. Darüber hinaus will die Gruppe ein Augenmerk auf die Geschlechtergleichbehandlung legen.

Bei den Jugendlichen steht aber nicht nur das Politisieren im Vordergrund. Das Knüpfen von Kontakten und der gegenseitige persönliche Austausch geniessen einen ebenso hohen Stellenwert. Angesprochen auf die Zeit nach der Konferenz, erwidert Lynn Jacobshagen lachend: «Ich habe nächste Woche vier Prüfungen, aber das hier ist mir momentan wichtiger.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.09.2015, 11:41 Uhr

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