Gümligen

Jetzt weichen die Schrebergärten der Ballsporthalle

GümligenEnde gut, alles gut: Nach einem langen Gang durch den Paragrafendschungel ziehen die Hobbygärtner in Gümligen von der Mooshalle endlich an die Moosstrasse. Am Donnerstag stand gar ein Heli im Einsatz.

Ein Häuschen schwebt davon: Gestern flog der Heli sieben Stück aus den alten Schrebergärten bei der Mooshalle auf die neuen Parzellen an der Moosstrasse.

Ein Häuschen schwebt davon: Gestern flog der Heli sieben Stück aus den alten Schrebergärten bei der Mooshalle auf die neuen Parzellen an der Moosstrasse. Bild: Urs Baumann

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Die Aktion dauert nur eine halbe Stunde. Häuschen um Häuschen hebt der Helikopter aus den alten Schrebergärten bei der Mooshalle in Gümligen in die Höhe und setzt sie nach einem kurzen Flug über den Lerchenweg und das angrenzende Feld in den neuen Schrebergärten links und rechts der Moosstrasse ab. Die Landungen sind sanft, präzise.

Die Hobbygärtner, die der Ballsporthalle in Gümligen weichen müssen (siehe Box), können endlich ihr neues Reich definitiv beziehen. Zwar haben etliche schon den ganzen Sommer über am neuen Ort ihre Blumen und ihr Gemüse gezogen. Auf die Gartenhäuschen, die zum gemütlichen Verweilen einladen und überdies auch ein praktisches Lager für die verschiedensten Gerätschaften sind, mussten sie dagegen verzichten.

Unplanmässig – eigentlich hätte die Züglete der rund 30 Schrebergärten schon bis Mitte Jahr über die Bühne gehen sollen.

Ein rettender Grünstreifen

Selbst Bauverwalter Sebastian Mävers redet davon, dass «die reglementarischen Hürden für dieses überschaubare Vorhaben relativ hoch gewesen sind». Im Auge hat er das kantonale Baugesetz, das für Gartenhäuschen eine Bewilligung verlangt und diese erst noch an die Bedingung knüpft, dass genügend Parkplätze vorhanden sind.

Auf die Hobbygärtner und auf die Gemeinde als Landbesitzerin wartete so ein Prozedere, das umso aufwendiger erschien, als zuvor weder das eine noch das andere ein Thema gewesen war: Als vor Jahren die alten Gärten angelegt wurden, ging es ohne Baubewilligung und Parkplätze.

Gebraucht werden die Parkplätze ohnehin nicht. «Die meisten von uns wohnen ganz in der Nähe und kommen zu Fuss oder mit dem Velo», sagt Hans Zaugg, der seit langem begeisterter Hobbygärtner ist. Bauverwalter Mävers pflichtet ihm bei – um doch anzufügen: Der Gemeinde blieb gar nichts anderes übrig, als dem Gesetz Genüge zu tun. Sonst hätte sie – oder die Gemeinschaft der Hobbygärtner – pro Feld eine Ersatzabgabe von einigen 1000 Franken zahlen müssen. Was, so Mävers, den den Rahmen der Verhältnismässigkeit definitiv gesprengt hätte.

Die Lösung gebraucht hat ein Grünstreifen in der Nähe. Dieser bleibt so, wie er ist, bietet im Fall der Fälle aber Platz für 15 Autos. Doch nun schalteten sich nebenan die Hornusser ein. Sie hatten Bedenken, dass sich die Sonne in den parkierten Autos spiegeln und so den Spielbetrieb stören würde. Sie mussten erst überzeugt werden, dass dem nicht so ist, und das brauchte Zeit.

Genauso wie zuvor schon die umfangreichen Vorbereitungen: «Für das Gesuch mussten wir die Unterlagen von allen Betroffenen zusammentragen.»

Wie teuer das Prozedere gekommen ist, weiss Mävers noch nicht. Der Bauverwalter rechnet mit Kosten im tiefen vierstelligen Bereich, und er stellt in Aussicht: Die Hobbygärtner müssen nur einen Teil übernehmen. Den Rest bezahlt die Gemeinde aus den 65'00 Franken, die sie für die Züglete bereitgestellt hat.

Durch die Luft ists billiger

Den Hobbygärtnern selber ist an diesem Morgen anderes wichtiger. Jenen sieben jedenfalls, die sich für eine Züglete mit dem Heli entschieden haben. Hans Zaugg rechnet vor, dass die Kosten mit rund 250 Franken pro Garten durchaus im Rahmen lägen. Wo es doch viel teurer komme, ein altes Häuschen abzureissen und ein neues aufzubauen – vor allem aber schätzt er es, weiterhin für 50 Franken im Jahr ein Stück Gemeindeland bepflanzen zu können. «Das ist doch attraktiv, oder?» (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.11.2014, 06:51 Uhr

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Ihre Zuversicht stützen die Verantwortlichen vor allem darauf ab, «dass das Baugesuch praktisch ein Abbild der Überbauungsordnung ist». Stiftungsrat Willy Glaus formuliert es so, und er erinnert daran, dass diese Überbauungsordnung gerade erst vom Volk genehmigt ist: Ende September sagten die Stimmenden – allerdings knapp – Ja zu den Planungsvorschriften für das Areal.
Glaus weiss, dass sich das Projekt trotz allem verzögern kann, wenn die Einsprecher den Gang durch die Instanzen antreten. Unruhig wird er darob nicht: «Wir stehen nicht unter Druck, können die Halle auch ein paar Monate später beziehen.»skk

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