Jetzt rollen die Publibikes auch in Köniz

Nun gibt es die Leihvelos von Publibike auch in Köniz. Gemeinden wie Ittigen, Muri oder Ostermundigen dürften folgen.

Seit Freitag in Köniz in Betrieb: Die Leihvelos von Publibike.

Fahren liess es sich mit den Publibikes schon bis anhin über die Stadtgrenze, jetzt kann man sie auch in der Agglo abstellen: Seit Freitag sind die Leihvelos mit den dicken Pneus und dem Körbchen in Köniz verfügbar. Der grösste Berner Vorort ist die erste Gemeinde, die – neun Monate nach dem Start von Publibike in der Stadt Bern – das Veloverleihsystem ebenfalls einführt.

Eigentlich hatten die Könizer Behörden das Angebot bereits im vergangenen November lancieren wollen. Dann kam es in Bern zum Debakel. Wegen leicht knackbarer Schlösser wurden dort kurz nach dem Startschuss Hunderte Velos gestohlen. Publibike musste die gesamte Flotte wieder einziehen und aufrüsten, weshalb sich die Ausdehnung des Velonetzes verzögerte.

Vorerst 13 Standorte

Umso grösser war die Freude am Freitag bei den Beteiligten anlässlich der Lancierung des Angebots. «Das Mobilitätsbedürfnis macht nicht halt an der Gemeindegrenze», sagte der Könizer Gemeinderat Christian Burren (SVP) und verwies auf den Mehrwert, der durch die Ausdehnung des Netzes entstehe – für Nutzer aus Köniz wie aus Bern. Ähnlich sah es die Stadtberner Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP), die das Projekt ­Veloverleihsystem ursprünglich im Rahmen der Velooffensive initiiert und in der Bundesstadt ins Rollen gebracht hatte. «Je mehr umliegende Gemeinden mitmachen, desto mehr Sinn macht dieses Verleihsystem», sagte sie.

Vorerst gibt es in der Gemeinde Köniz 13 Standorte, wo die Fahrräder und E-Bikes ausgeliehen und parkiert werden können. Weitere werden je nachdem noch folgen. Stationen gibt es bisher etwa im Könizer Zentrum, bei den Vidmarhallen im Liebefeld oder im demnächst stark wachsenden Ortsteil Niederwangen. Dort steht die Station beim Bahnhof.

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Chaos im Eichholz?

Ein Ausleihstandort, wo gerade im Sommer fleissig parkiert werden dürfte, ist das Eichholz. Manch ein Aareschwimmer aus der Stadt Bern wird sich das neue Angebot wohl zunutze machen und statt zu Fuss künftig mit dem Publibike zum Camping Eichholz gelangen, um sich danach die Aare hinuntertreiben zu lassen. Ein Chaos mit einer übervollen Station wegen zu vieler Velos drohe aber nicht, glaubt Publibike-Geschäftsleiter Tobias Ebinger. «Wir gehen davon aus, dass sich das ausgleicht.» Denn die Velos, welche die Aareschwimmer abstellten, könnten Besucher der Eichholz-Wiese wiederum nutzen, um nach Hause zu fahren.

«Wir werden sehen, wie sich das entwickelt», so Ebinger. Stauten sich beim Eichholz die Fahrräder, würden sie dort voraussichtlich regelmässiger an weniger ausgelastete Stationen verschoben. Für solche Transporte sowie den Akkuwechsel bei E-Bikes wird in Köniz – wie in Bern – das Kompetenzzentrum Arbeit zuständig sein.

Kinderkrankheiten beseitigt

Laut der Publibike AG sind in Bern und Köniz derzeit 1400 Leihvelos im Umlauf – die Hälfte davon sind E-Bikes. Qualitativ soll es an den Fahrrädern nichts mehr zu beanstanden geben. «Die Kinderkrankheiten sind beseitigt, und das Schloss ist jetzt elefantensicher», so Ebinger, dessen Unternehmen sich nach dem Fiasko wegen der mangelhaften Schlösser harsche Kritik anhören musste. Nach wie vor sind ungefähr ein Dutzend gestohlene Publi­bikes verschollen. Trotz allem wird das System von den Bernerinnen und Bernern rege genutzt. Vor kurzem wurden – notabene an einem Februartag – 2000 Fahrten innert 24 Stunden gezählt. «Das ist ein neuer Rekord.»

Gut möglich, dass die Leih­velos künftig noch häufiger auf Berner Strassen herumkurven werden. Denn auf Bern und Köniz sollen bald weitere Gemeinden folgen, die sich ans Publibike-Netz anschliessen. Ittigen möchte das System bis zu diesem Sommer ebenfalls an vorerst sieben Stationen einführen. Weiter sind bis Frühling 2020 etwa in Muri oder Ostermundigen Verleihstationen geplant.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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