Japan-Mahnwache: Greenpeace fordert Solidarität vor Politik

Bern

Auf Facebook laden Greenpeace und andere Organisationen ein, am Montagnachmittag in sechs Schweizer Städten an einer «Mahnwache für Japan» teilzunehmen. Greenpeace sagt, dass sie nicht auf Kosten der Opfer Politik machen wollen.

Greenpeace macht immer wieder mit Aktionen auf sich und ihre Anliegen aufmerksam. Im Bild: Kurz vor der Abstimmung im vergangenen November zum AKW Mühleberg.

Greenpeace macht immer wieder mit Aktionen auf sich und ihre Anliegen aufmerksam. Im Bild: Kurz vor der Abstimmung im vergangenen November zum AKW Mühleberg.

(Bild: zvg)

Vergangenen Freitag erlebte Japan das schwerste Erdbeben seiner Geschichte. Zusätzlich zu den Zerstörungen durch das schwere Erdbeben und die Flutwellen ist das Land von einer atomaren Katastrophe bedroht. Bis jetzt mussten 215'000 Menschen evakuiert werden. Diese Ereignisse lassen niemanden kalt.

In mehreren Städten

Die grosse mediale Aufmerksamkeit, die zurzeit Japan zukommt, macht sich auch Greenpeace zu Nutze und ruft zur Mahnwache. Die Organisation ruft zur Teilnahme an Mahnwachen in Bern, Basel, Genf, Zürich, Lausanne und Winterthur auf. Zudem hat eine Privatperson auf Facebook eine Mahnwache in Biel angekündigt.

In der Facebook-Einladung heisst es, dass Greenpeace seine Betroffenheit und sein Mitgefühl an diesen Mahnwachen kundtun will. Die Nonprofitorganisation hofft, dass durch diesen Unfall in der Schweizer Energiepolitik ein Umdenken einsetzen werde.

Auf die Frage, ob derartige Aktionen nicht auf Kosten von mehreren Tausend Toten Aufmerksamkeit generiert, antwortet Yves Zenger, der Greenpeace-Mediensprecher: «Ganz klar nein. Wir wollen den Menschen Gelegenheit geben, ihr Mitgefühl und ihre Verbundenheit mit der von dieser verheerenden Umweltkatastrophe so schwer getroffenen japanischen Bevölkerung auszudrücken.»

Gelebte Solidarität

Wie viele Menschen sich an der Mahnwache beteiligen werden, darüber herrscht noch Unklarheit. Viele würden sich wohl spontan für oder gegen eine Teilnahme entscheiden, sagt Zenger weiter.

In Biel findet ebenfalls eine Mahnwache statt. Sie wurde von Bruno Bucher organisiert. Er schreibt auf Anfrage, dass es um die gelebte Solidarität gehe. «Nachdem wir Fasnacht feierten und nun die Fastenzeit begehen, während in Japan Tausende Menschen alles verloren, halte ich es für geboten um Innezuhalten und den Leuten die Möglichkeit zu geben miteinander über das fürchterliche Ereignis reden zu können.»

cls

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt