Bern

Jahrelang keine Steuern bezahlt

BernVon 2002 bis 2005 bezahlten alt Regierungsrätin Elisabeth Zölch und ihr damaliger Mann keine Steuern. Sie waren verschuldet.

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In den letzten Jahren ist es ruhiger geworden um die ehemalige Berner Volkswirtschaftsdirektorin Elisabeth Zölch. Nun steht die alt Regierungsrätin der SVP – heute Mitglied der BDP – wieder in den Schlagzeilen. Und es ist eine unangenehme Geschichte, welche die «SonntagsZeitung» in ihrer gestrigen Ausgabe publik gemacht hat: Von 2002 bis 2005 lag das steuerbare Einkommen von Elisabeth Zölch und ihrem damaligen Ehemann Franz A. Zölch bei null. Das Paar war dermassen verschuldet, dass es keine Steuern bezahlen musste, wie die kantonale Steuerverwaltung gegenüber der «SonntagsZeitung» sagte.

«Stimmt leider alles»

«Ja, das stimmt leider alles», bestätigte gestern Elisabeth Zölch. Es sei schlimm für sie, dass über diese schwierigen Jahre in den Medien berichtet werde. Sie habe erst nach der Trennung von ihrem Mann das Ausmass der Finanzmisere erkannt, sagte Zölch. «Ich hatte keinen Anlass zum Misstrauen meinem Mann gegenüber, und ich möchte ihm auch heute keinen Vorwurf machen», betonte sie. Medienanwalt Franz A. Zölch und Elisabeth Zölch trennten sich im Jahr 2005 und liessen sich scheiden. Während der Ehe sei ihr Mann für die Buchhaltung verantwortlich gewesen und habe diese an sein Büro delegiert, sagte Elisabeth Zölch gestern. «Ich habe nicht bemerkt, wie schlimm es um unsere Finanzen stand.»

«Zahle wieder Steuern»

Bis zu ihrem Rücktritt als SVP-Regierungsrätin im Jahr 2006 verdiente Elisabeth Zölch gegen 250000 Franken pro Jahr. «Wir versteuerten unsere Einkommen gemeinsam», sagte Elisabeth Zölch. Sie habe darum mit ihrem Geld die Schulden ihres Exmannes mitgetragen. Franz A. Zölch bestätigte den Sachverhalt gegenüber der «SonntagsZeitung». «Vier nachhaltige Debitorenverluste» hätten in dieser Zeit zur Verschuldung geführt.

«Ich habe mich nach der Scheidung wieder aufgerappelt», sagte Elisabeth Zölch gestern. Sie arbeite gemeinnützig und sei Präsidentin des Arbeitgeberverbands der Schweizer Uhrenindustrie. «Und ich zahle auch längstens wieder Steuern.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.09.2008, 09:07 Uhr

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