Ittigen trotzt Kritik von aussen

Ittigen

Mit einer Reihe von Massnahmen will die Gemeinde Ittigen den Verkehr in den Quartieren verringern. Die Nachbarorte befürchten, dass dafür die Belastung bei ihnen zunimmt. Trotzdem hält Ittigen an seinen Plänen fest.

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«Wir wollen den Verkehr nicht auf die Nachbargemeinden abschieben», sagt Ittigens Gemeinderat Philipp Roth (Bürgervereinigung). Das Ziel sei ein anderes: «Wir wollen den Durchgangsverkehr auf den Hauptachsen und nicht in den Quartieren.»

Um dies zu erreichen, hat Ittigen einen Strassenrichtplan ausgearbeitet. Demnach sollen diverse Quartierstrassen in 30er-Zonen umgewandelt und für den Durchgangsverkehr weniger attraktiv gemacht werden. Für die Grauholzstrasse ist Tempo 40 geplant. Am nördlichen und südlichen Rand von Ittigen sind zudem drei Dosierungsampeln vorgesehen. Bei Verkehrsüberlastung lassen sie die Autos nur tröpfchenweise ins Zentrum; der Stau verlagert sich dadurch an den Siedlungsrand, wo er weniger stört. 77 Prozent der insgesamt 57 Leute und Organisationen, die sich in der öffentlichen Mitwirkung geäussert haben, finden das grundsätzlich gut.

«Aufeinander abgestimmt»

Den Nachbargemeinden bereiten diese Massnahmen, vor allem die Ampeln, jedoch Sorgen. Ob Bolligen, Zollikofen oder Ostermundigen: Sie alle haben sich kritisch zum Ittiger Strassenrichtplan geäussert. Sie befürchten, dass bei ihnen der Verkehr zunehme – weil dann viele Autofahrer versuchen würden, Ittigen zu umfahren.

Philipp Roth zeigte gestern vor den Medien Verständnis für die Sichtweise der Nachbarorte. Trotzdem hält Ittigen am Strassenrichtplan fest. Denn die Belastung auf manchen Quartierstrassen sei derart gross – auf der Unteren Zollgasse etwa sind pro Tag fast 7000 Fahrzeuge unterwegs –, «dass wir etwas machen müssen». Zudem sei Ittigen nicht der einzige Ort in der Agglomeration Bern, an dem Dosierungsampeln geplant seien. «Wichtig ist, dass man sie aufeinander abstimmt. Und das tun wir.»

Einsprache machen?

Die Ittiger Behörden sind deshalb zuversichtlich, dass der Kanton den Richtplan genehmigen wird. Falls dies geschieht, werden die Massnahmen in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt. Die Nachbargemeinden haben keine juristische Möglichkeit, sich gegen den Plan zu wehren. Für jede 30er-Zone und Dosierungsampel wird aber ein separates Baugesuch nötig sein – und dagegen kann jeweils Einsprache eingereicht werden. Ob man dies tun werde, lässt beispielsweise Bolligens Gemeindepräsident Rudolf Burger offen. «Das entscheiden wir, wenn es so weit ist.»

Berner Zeitung

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