Bösingen

Integration als Lotsen für Schüler

Bösingen Neun Asylsuchende ergänzen das Team der Schülerpatrouille in Bösingen. Das Pilotprojekt, das Gemeinde, Polizei, Kanton und ORS betreuen, läuft vorerst bis zu den Sommerferien. Es soll Vorbild sein für andere.

Neuer Lotse?in Bösingen.

Neuer Lotse?in Bösingen. Bild: Alain Wicht

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Die Gemeinde Bösingen, Polizei, Kanton sowie die ORS Service AG stellten gestern das Pilotprojekt «Asylsuchende als Patrouil­leure» vor. Seit letzter Woche unterstützen neun Asylsuchende zwischen 18 und 30 Jahren die 15-köpfige Gruppe der Bösinger Verkehrslotsen.

Die Männer aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Sri Lanka und dem Iran wohnen in der ­provisorischen Asylunterkunft in Bösingen. Die ersten Erfahrungen mit ihnen seien gut. «Bis jetzt habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten», sagte Jolanda Nägelin, Co-Koordinatorin der Bösinger Patrouilleurinnen.

Aus der Not heraus

Bösingen sei die erste Gemeinde im Kanton Freiburg «und wohl auch die erste in der ganzen Schweiz», die Asylbewerber als Lotsen einsetze, sagte Beat Gross-rieder, Verantwortlicher «Projekt Migranten» der Kantonspolizei Freiburg, gestern in Bösingen bei der Vorstellung des Projekts. Dabei sei die Idee eher aus der Not heraus entstanden, erklärte Ammann Louis Casali. Auf einen Aufruf der Gemeinde und der Schule hin hatten sich zu wenig Erwachsene als Schülerpatrouilleure gemeldet. Eine andere Lösung musste her.

Unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit habe die Polizei eine Analyse des Pilotprojekts vorgenommen und einige Richtlinien festgelegt. So müssen die Asylbewerber den Lotsendienst im Zweierteam mit einer erwachsenen Person aus der Gemeinde ausführen.

Sie werden in Theorie und Praxis ausgebildet. Die Ausbildung dauert zweimal eineinhalb Stunden und wird von Spezialisten der Verkehrserziehung der Kantonspolizei durchgeführt. Falls nötig, stellt ORS einen Übersetzer zur Verfügung. Die Pilotphase dauert bis zu den Sommerferien.

Sie packen gerne mit an

Den Asylsuchenden selbst scheint ihre neue Tätigkeit zu gefallen. «Ich mache es gerne, es ist eine gute Idee», sagt der 19-jährige Mohammad Sheikho, der aus Syrien stammt und seit vier Monaten in Bösingen lebt. «Die Kinder haben gelächelt, als sie mich gesehen haben», erzählt er und betont, er habe sich selber gemeldet, weil er gerne in der Gemeinde mithelfe. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.04.2016, 06:15 Uhr

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