Grosshöchstetten

Initiative soll das Freibad retten

GrosshöchstettenDer Gemeinderat will das Freibad schliessen. Dagegen regt sich Widerstand. Jetzt wollen Freunde des Freibads eine Gemeindeinitiative einreichen.

Noch kann in Grosshöchstetten draussen gebadet werden.

Noch kann in Grosshöchstetten draussen gebadet werden. Bild: Stefan Anderegg

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Was schon lange als Gerücht die Runde machte, gab der Gemeinderat Mitte März bekannt: Das Freibad Grosshöchstetten soll geschlossen werden. Es sei ohnehin nur an etwa 30 Tagen im Jahr offen, und in Konolfingen, Münsingen, Biglen und Worb gebe es in unmittelbarer Nähe andere Freibäder.

Dass die Höchstetter sich in anderen Gemeinden erfrischen sollen, bezeichnet ein Mitglied der Gruppe Freunde des Freibads als «ökologischen Blödsinn». Erst recht, weil im Dorf «ein wunderschönes Bad mit alten Bäumen» vorhanden sei, sagt die Frau, die nicht namentlich genannt werden will.

Erklärtes Ziel der Freibadfreunde ist, dass das Volk über eine allfällige Schliessung des Freibads abstimmen kann. Das Bad sei in den Jahren 1971 bis 1973 in Fronarbeit erbaut worden und befinde sich immer noch in einem guten Zustand. Handwerker stellten damals das Baumaterial zur Verfügung, gebaut wurde gratis.

Gemeinderat bleibt hart

Die Freunde des Freibads gelangten mit ihrem Anliegen per von über 200 Personen unterzeichneten Brief an den Gemeinderat, der danach eine Delegation der Gruppe empfing. Umstimmen liess sich der Rat nicht, wie Beat Graf, Geschäftsführer der Gemeinde, bestätigt und erklärt: «Der Gemeinderat strebt die Schliessung des Freibads zwar an, lässt es aber offen, solange keine grösseren Investitionen nötig sind.»

«Der Gemeinderat strebt die Schliessung des Freibads zwar an, lässt es aber offen, solange keine grösseren Investitionen nötig sind.»Beat Graf, Geschäftsführer der Gemeinde

Jetzt arbeiten die Freunde des Freibads eine Gemeindeinitiative aus. Deren erklärtes Ziel ist: Das Freibad muss offen bleiben. Bevor darüber abgestimmt wird, muss der Gemeinderat den Initiativtext auf seine Rechtmässigkeit hin prüfen.

Um die aktuell 259 nötigen Unterschriften – das sind zehn Prozent der Stimmberechtigten – zu sammeln, haben die Initianten sechs Monate Zeit. Kommt die Initiative zustande, muss innert eines Jahres abgestimmt werden, an der Urne oder an der Gemeindeversammlung .

Mindestens einen Sommer

Fazit: In diesem Sommer ist das Höchstetter Freibad offen, vielleicht auch noch im nächsten oder übernächsten, vorausgesetzt, die Technik macht mit. «Grössere Investitionen liegen derzeit nicht drin», begründet Gemeindepräsident Martin Steiner (EVP) die Badischliessung als kostengünstigste Lösung, denn für eine Sanierung fehlt das Geld.

«Grössere Investitionen liegen derzeit nicht drin.»Martin Steiner (EVP), Gemeindepräsident

Eine Steuererhöhung von 1,42 auf 1,52 hat das Stimmvolk abgelehnt. Zudem besitzt die Gemeinde mehrere sanierungsbedürftige Liegenschaften. Nicht geschlossen wird das Hallenbad. Dieses ist dank Kursen und Schulschwimmen gut ausgelastet. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.07.2016, 06:35 Uhr

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