In der Bibere sind Tausende Bachforellen verendet

Ferenbalm

In der Bibere sind auf einer Länge von einigen Kilometern wohl alle Fische verendet. Es wird Jahre dauern, bis sich der Bestand erholt hat. Die Ursache ist noch unbekannt.

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Hans Ulrich Schaad

Es war ein trauriges Bild, das sich am Donnerstag Vormittag an der Bibere bot. Unzählige tote Fische lagen am Ufer und auf dem Grund des Bachs oder trieben im Wasser. Martin Schmid und Benjamin Bracher, zwei bernische Fischereiaufseher, sammelten in der Nähe des Landgasthofs Biberenbad die Bachforellen ein und entsorgten sie in einem Plastiksack. Die beiden waren bereits am Tag zuvor zusammen mit ihren Freiburger Kollegen unterwegs gewesen und hatten Tausende toter Fische aus dem Grenzfluss geholt. Von der ausgewachsenen Bachforelle bis zum erst wenige Monate alten kleinen Fisch – alle verendet.

Alarmiert worden war die Freiburger Polizei am Mittwoch um 11.15 Uhr, als die ersten toten Fische bei Gempenach entdeckt worden waren. Auf einer Länge von einigen Kilometern sind wohl alle Fische verendet. Jean-Daniel Wicky, Sektorchef beim Freiburger Amt für Wald, Wild und Fischerei, rechnet damit, dass auch Kleinlebewesen gestorben sind. Mit elektronischem Abfischen werden die Fischereiaufseher nun versuchen herauszufinden, von welcher Stelle an die Forellen noch leben.

Ursprung der Verschmutzung ist laut einer Mitteilung der Freiburger Kantonspolizei vermutlich eine Wasserleitung. Welcher Stoff aber das Fischsterben ausgelöst hat, ist noch nicht geklärt. Die Wasser- und Fischproben würden noch analysiert, sagte Jean-Daniel Wicky gestern Nachmittag. Der Vorfall liegt nach ersten Erkenntnissen drei bis vier Tage zurück.

Wertvoller Flussabschnitt

Martin Schmid vermutet, dass die Fische aufgrund eines Sauerstoffmangels erstickt sind. Darauf deuteten die offenen Kiemen hin. Martin Schmid spricht von einem «sehr tragischen» Ereignis. Der auf bernischem Boden betroffene, etwa zwei Kilometer lange Abschnitt sei ein wichtiges Gewässer. Es besteht ein Fischereiverbot. Hier werden jeweils geschlechtsreife Bachforellen für die Aufzucht entnommen. Martin Schmid rechnet damit, dass es rund fünf Jahre dauern wird, bis sich der Fischbestand erholt hat. Die Fische müssten ausgesetzt werden. Die natürliche Zuwanderung sei nur beschränkt.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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