In Wileroltigen soll eine Demo für Fahrende stattfinden

Wileroltigen

Das Kollektiv «Bleiberecht Bern» hat beim Gemeinderat Wileroltigen für den 24. September eine Bewilligung für eine Demonstration beantragt. Sie wollen ein Zeichen gegen «Antiziganismus» setzen.

In Wileroltigen lehnt die Mehrheit der Bewohner einen Transitplatz für Fahrende ab.

In Wileroltigen lehnt die Mehrheit der Bewohner einen Transitplatz für Fahrende ab.

(Bild: Nicole Philipp)

Am Montag hätte in Wileroltigen ein Infoanlass zum geplanten Transitplatz für Fahrende stattfinden sollen. Nachdem die Situation übers Wochenende zu eskalieren drohte, sagte der Gemeinderat den Anlass kurzfristig ab. «Wir mussten damit rechnen, dass verschiedene Gruppen auf dem Platz auftauchen werden, die einander nicht freundlich gesinnt sind», sagte Gemeindepräsident Christian Grossenbacher am Dienstag.

Diese Befürchtung hatte ihre Gründe. Zuerst war die Angst, rechte Kreise könnten den Infoanlass für ihre Zwecke missbrauchen. Dann versprayten und beschädigten linksautonome Kreise übers Wochenende diverse Plakate der Transitplatz-Gegner. Die Befürchtung lag also nah, dass es am Infoanlass zu einer Konfrontation kommen könnte.

Die Emotionen rund um das Transitplatz-Gstürm brodeln aber trotz der Absage weiter, nicht nur bei den Gegnern. Die Organisation Bleiberecht Bern teilte am Freitag mit, dass sie beim Gemeinderat von Wileroltigen eine Bewilligung für eine Demonstration am 24. September beantragt hat. «Um Polizeigewalt und Kriminalisierung zu vermeiden und um den antiziganistischen Gemeinderat von Wileroltigen hinsichtlich seines Bekenntnisses zur Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit zu prüfen», so das selbst ernannte «antirassistische Kollektiv».

«Antiziganismus» lautet der Fachbegriff für die Feindlichkeit gegenüber Fahrenden. Laut der Organisation Bleiberecht Bern sei dieser Antiziganismus «fest in der Mitte der Gesellschaft und ihrer Institutionen verankert». In Wileroltigen lehnt die Mehrheit der Bewohner einen Transitplatz ab, auch weil in der Vergangenheit einige Fahrende die Felder rund um das 380-Seelen-Dorf als Freilufttoilette benützten.

Ob die Demo überhaupt stattfinden wird, ist noch unklar. Bis jetzt habe der Gemeinderat von Wileroltigen noch keine Antwort auf ihr Demonstrationsgesuch gegeben, so die Organisation Bleiberecht Bern.

qsc

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