Köniz

Im Schatten der grossen Schwester

KönizKambundji: Der Name steht für Spitzenresultate in der Leichtathletik. Allerdings verbinden ihn viele spontan mit Mujinga. Dabei rennt auch die jüngere Muswama vorne mit – heute Abend werden die beiden Schwestern für ihre Leistungen geehrt.

Die Erfolge der grossen Schwester spornen an: Muswama Kambundji, Leichtathletin.

Die Erfolge der grossen Schwester spornen an: Muswama Kambundji, Leichtathletin. Bild: Andreas Blatter

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Ob es nicht mühsam ist, sportliche Topleistungen zu bringen und trotzdem im Schatten der noch besseren Schwester zu stehen? Muswama Kambundji sitzt entspannt in einem Café und lächelt. «Ich freue mich einfach, dabei zu sein», sagt sie.

Fast versteht es sich von selber, dass die grosse Schwester, auch sie mit Leib und Seele Leichtathletin, ebenfalls eingeladen ist. Oder es wäre, wenn sie nicht im fernen Peking von der Weltmeisterschaft in Beschlag genommen würde: Neben der 19-jährigen Muswama wird heute Abend in Köniz auch die vier Jahre ältere Mujinga Kambundji für ihre Leistungen geehrt.

Gold und Silber

Weltmeisterschaft – für Muswama Kambundji ist sie noch Zukunftsmusik. Trotzdem hat sie in jüngster Zeit auf ihrem Weg nach oben wieder ein paar Stufen erklommen. Es gelang ihr, sich für die Europameisterschaft der unter 20-Jährigen von Mitte Juli zu qualifizieren.

Schon im Februar war sie in dieser Altersklasse über 60 Meter Schweizer Meisterin in der Halle geworden, hatte darüber hinaus über 200 Meter Silber gewonnen. Erst dank dieser Leistungen könne sie heute Abend überhaupt an der Ehrung teilnehmen, stellt sie fest.

Wertvolle Tipps

Zurück zum Thema: Wie es sich im Schatten der grossen Schwester lebt? Ganz gut, daran lässt Muswama Kambundji keinen Zweifel offen. Nicht etwa, weil sie auf der Strasse regelmässig für die falsche gehalten wird – «die Leute können uns nicht auseinanderhalten, obwohl es Unterschiede gibt», erzählt sie. Nein: «Wir haben es wirklich gut miteinander. Wir gehen regelmässig aus, verreisten schon gemeinsam in die Ferien.»

Sicher sei der Rummel um die Schwester einiges grösser. Umgekehrt könne sie von ihr enorm profitieren. «Sie gibt mir Tipps für Trainings und Wettkämpfe» – zu gut hat Muswama Kambundji noch die Botschaft für die Europameisterschaft in den Ohren:

«Bleib konzentriert und locker zugleich und versuche dennoch, eine gesunde Anspannung zu behalten. Achte aber vor allem darauf, dass du die Freude an der Sache nicht verlierst.»

Natürlich sporne es auch an, am Beispiel der Schwester zu sehen, «dass ein Halbfinal-Lauf an einer Weltmeisterschaft möglich ist». Dieses Wissen vor Augen, setzt sich Muswama Kambundji nächste Ziele. Gelegenheit, ein Stück weiterzukommen, bietet bereits das nächste Wochenende mit einer weiteren Schweizer Meisterschaft.

Über 100 wie 200 Meter sollten Medaillen drinliegen, sagt sie und lässt durchblicken, dass sie auf Gold hofft. Wie weit sie sportlich noch kommt, ist dagegen offen. Deshalb lässt sie beruflich nichts anbrennen: Nach Abschluss einer Handelsschule arbeitet sie aktuell an ihrer Berufsmatur, sucht dazu eine Teilzeitstelle im KV-Bereich.

Die Frau nebenan

Am Nebentisch schaut eine Frau von der Zeitung auf. Eben hat sie gelesen, dass Mujinga Kambundji in Peking zwar im Halbfinal gescheitert ist, dafür aber ihren eigenen Schweizer Rekord unterboten hat. «Sie sind doch ihre Schwester?», wendet sich die Unbekannte an Muswama Kambundji – da ist es wieder, das Leben im Schatten.

Die Geehrten. Ehrenamtliche Arbeit/Besondere Verdienste: Thomas Hagen, Hans Muhmenthaler, Maria Schröter, Daniel Sprunger, Beat Wittwer. Einzelsportlerinnen und -sportler: Etienne Hofstetter , Gabriel Jegher, Mujinga Kambundji, Muswama Kambundji , Thierry Kilchenmann, Aron Krähenbühl, Alexandra Kronenberg, Jasmin Mischler, Michael Probst, Nicolas Rouiller, Daniel Schneider , Michael Schneider, Markus Schalch, Daniel Schütz , Philip Wüthrich. Team: Volley Köniz. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.08.2015, 08:46 Uhr

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