Im Reich der «Rosenfrau»

Mattstetten

Im Garten von Jeannine und Samuel Rufer aus Mattstetten hat die Frau das Sagen. Mit viel Liebe zum Detail pflegt und hegt die Rosenliebhaberin ihr Reich.

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Raphael Hadorn

Mattstetten, gelegen zwischen Schönbühl und Hindelbank. Ein Bauerndorf mit rund 560 Einwohnern. Hier, im Oberdorf, leben Jeannine und Samuel Rufer in einem Einfamilienhaus. Vor achtzehn Jahren konnten sie das 1920 erbaute Haus, in welchem Samuel Rufer aufgewachsen ist, aus einer Erbgemeinschaft herauskaufen.

Seither hat sich im, aber auch um das Haus viel getan. Die angebauten Schuppen der ehemaligen Wagnerei mussten weichen, dafür entstand hinter dem Haus Platz für einen Garten. Für das Reich von Jeannine Rufer.

Die Rosen stehen im Mittelpunkt

Inmitten des Umschwungs steht ein Staudengarten. Dass dieser in Form eines Rosenblattes an­gepflanzt wurde, ist kein Zufall. Jeannine Rufer ist Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde. Ihre Passion für die «Königin der Blumen» untermauern insgesamt elf Rosen­arten, die derzeit im Garten der «Forum»-Leserin zu bestaunen sind.

Von der Apothekerrose über Louise Odier, Gartenträume, Parkzauber, Seven Sisters, Mozart und Raubritter bis hin zu Bobbie James, Schneewittchen, See- und Edelrosen. Des Weiteren sorgen Birnen- und Zwetschgenbäume für den nötigen Schatten – und viele weitere Pflanzen wie Palmlilien, Frauenmänteli, Lavendel, Gelenkblumen oder Gräser runden die «Oase» ab.

Der Mann kümmert sich ums Grobe

Was auffällt: Rosa, Lila und Weiss dominieren den Garten. «Das sind meine Farben», sagt Jeannine Rufer. Mittlerweile hat sich auch ihr Mann dazugesellt. Der 67-Jährige lässt durchblicken, dass ihm auch rote oder orange Blumen gefallen würden, weiss jedoch, dass im Garten seine Frau das Sagen hat. «Er kann Gjätt nicht von Blüemli unterscheiden», sagt die 55-Jährige, betont aber auch, wie dankbar sie ihrem Mann ist, dass er sich um «das Grobe» kümmert.

So war Samuel Rufer zur Stelle, als sich seine Frau den Bau eines Biotops in den Kopf gesetzt hatte und jemand Steine anschleppen musste. Er zeichnet auch fürs Rasenmähen verantwortlich – und dafür, dass aus dem ehemaligen «Bschüttiloch» ein Regenwasserspeicher wurde.

Und auch der Wintergarten mit Cheminée geht auf das Konto des pensionierten Sägers, der als Burger von Mattstetten aber noch täglich mit der Waldpflege beschäftigt ist. So kann das Ehepaar auch bei kälteren Temperaturen den Garten überblicken – und die schöne Aussicht geniessen. Weil ihre «Oase» direkt an die unüberbaubare Landwirtschaftszone grenzt, wird dies auch so bleiben. Und so haben Rufers freie Sicht bis zum Jura mit dem Weissen­stein.

Bienen, Igel, Frösche – und Kater Felix

Ebenso wichtig wie die Pflanzenwelt ist Jeannine Rufer die Tierwelt. Sie spricht von den vielen Bienen im Garten, «deren Honig ich ja auch gerne mag», vom Igel, «der sich nachts ab und zu blicken lässt», von den beiden Fröschen, «Mäxu und Mäxu» – und von Kater Felix, «der seit über dreizehn Jahren zur ‹Familie› gehört».

Dass Jeannine Rufer in ihrem Garten aufgeht, kommt nicht von ungefähr. «Meine Mutter und meine Schwester arbeiteten als Floristinnen», erzählt die Hobbygärtnerin, die einem 80-Prozent-Pensum im Hanro-Shop im Loeb Bern nachgeht. Der Garten sei für sie der perfekte Ausgleich zum Joballtag. «Ich halte ihn pflegeleicht, er soll mich nicht stressen», sagt die Mattstetterin.

Was nicht heisst, dass die «Rosenfrau», wie sie auch genannt wird, selten im Garten anzutreffen wäre. Im Gegenteil. Der Garten ist eine Art positive Sucht. So könne sie zum Beispiel nicht zu Bett gehen, ohne vorher hinter dem Haus nach dem Rechten zu schauen. «Aber», betont Jean­nine Rufer, «hier vergesse ich die Zeit. Der Garten ist Balsam für meine Seele.»

Berner Zeitung

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