Rüfenacht

«Ich wollte schon in der Schule immer der Schnellste sein»

RüfenachtVergangene Woche holte der Berner Francesco Russo auf der Dekra Oval Teststrecke in Deutschland mit seinem Speedbike den Weltrekord. Er legte in einer Stunde 91.556 Kilometer zurück.

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Bevor der schnelle Velofahrer aus Rüfenacht am 2. August allerdings auf seinen Weltrekord anstossen konnte, musste er sich ziemlich lange gedulden. Denn geplant war der Rekordversuch von Francesco Russo eigentlich bereits für den 29. Juli. Wegen Dauerregen an diesem Rekordversuch-Wochenende musste Russo seine geplante Fahrt aber immer wieder verschieben.

Erst am 1. August konnte er erstmals wieder in den «Eiviestretto», wie sein selbstgebautes Speedbike heisst, steigen und ein paar Runden auf dem Testoval drehen. Bessere Wettervoraussichten und die Einwilligung der Streckenverantwortlichen führten schliesslich dazu, dass Russo die geplante Rekordfahrt am Dienstagabend in Angriff nehmen konnte.

«Puls zwischenzeitlich bei 200»

Während einer Stunde fuhr der Speedbiker seine 16 Runden auf der Teststrecke in der Lausitz. Dabei erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 98.5 km/h und der Puls stieg derweil auf 200. Er konnte Runde für Runde noch einige Sekunden schneller fahren und hatte laut eigenen Aussagen eine Runde vor Schluss gar die Gewissheit, dass ihm der Rekord gelingen würde. Nach der Zieleinfahrt liess Russo sein Speedbike erst noch sechs Kilometer auslaufen ehe er von seinen Betreuern mit den Jubelrufen «World Record, World Record» in Empfang genommen wurde.

Die Bestmarke von 91.5 Kilometer ist Russos erster Stundenweltrekord. «Schon als Kind wollte ich immer der Schnellste sein», sagt Russo. Sei es beim Rennen oder auf dem Rad. Der Geschwindigkeitsfanatiker fährt mit 15 Jahren erstmals mit einem Liegerad und ist sofort begeistert. Seit seiner Schulzeit entwickelt, baut und fährt er darum die eigenen Liegeräder.

2004 kam bei Russo schliesslich der Wunsch auf, den Stundenweltrekord (damals 84km/h) zu brechen. In der Folge begann er mit dem Bau eines eigenen Rekord-Speedbikes. Von 2006 bis 2010 fuhr er mit seinen Liegevelo «Ristretto». Erst seit zwei Monaten mit dem Nachfolgevelo «Eiviestretto», mit welchem er nun den Weltrekord brechen konnte. Um physisch auf der Höhe zu bleiben, strampelt er jährlich etwa halb so viele Kilometer ab wie ein Profiradfahrer.

Gutes Team

Russo hat ein starkes Team im Rücken. Er plante und baute sein neues Bike in enger Zusammenarbeit mit dem Slowenen Damjan Zabovnik. Zabovnik ist selber auch Liegeradfahrer und gehört zurzeit ebenfalls zu den schnellsten der Szene. Der Name des Liegevelos, «Eiviestretto», entstammt denn auch dieser Kooperation; Zabovnik nennt seine Fahrräder «Eivie», Russos Velos heissen «Ristretto». Und auch Francesco Russos Frau Jemima spielt eine wichtige Rolle im Team. Sie ist dem Weltrekordhalter eine bedeutende psychologische Stütze bei angespannten Rekordversuchen. Sie war es auch, die den Berner Speedbiker dazu gebracht hat, ein Rekordspeedbike zu bauen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.08.2011, 14:22 Uhr

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