Historiker François de Capitani verstorben

Bern

Heute Freitag findet in der Französischen Kirche in Bern die Abdankungsfeier für François de Capitani statt. Der Historiker verstarb im Dezember.

Er war Historiker, Ausstellungsmacher, Konservator, Forscher und Buchautor: François de Capitani, 1950 geboren, verstarb im Dezember 2012 nach schwerer Krankheit. Er hinterlässt eine Frau und zwei Söhne im Alter von 17 und 19 Jahren.

In Bern hatte er bis zur Matura die Schulen besucht und anschliessend an der Universität Schweizer Geschichte und Philosophie studiert. Seine Studien schloss er in Rekordzeit und mit summa cum laude ab – eine Tatsache, über die zu sprechen ihm fast ein bisschen peinlich war. So war er eben: bescheiden, liebenswürdig, intelligent.

Eine Karriere als Uni-Professor schlug er aus, viel wichtiger als die Lehre war ihm das Ausstellungsmachen. «Zeichen der Freiheit» zeigte er im Historischen Museum. Oder er realisierte eine Ausstellung über die ältere Schweizer Geschichte in drei Eisenbahnwaggons, mit denen er durch die Lande fuhr und an verschiedenen Bahnhöfen zur Vernissage lud.

Der Verstorbene – er war jahrelang Kurator am Schweizer Nationalmuseum (Château de Prangins) – hatte auch andere Leidenschaften, nämlich die Musik und die Küche. Eines seiner Werke thematisiert die Musik in Bern, einige andere wie «Kochen wie im alten Bern» die Essgewohnheiten im 18. Jahrhundert.

Legendär sind seine Auftritte, etwa wenn er im Restaurant Harmonie die Essen aus dem Alten Bern kommentierte. Als begnadeter und packender Erzähler (und wandelndes Lexikon) zog er seine Zuhörer in den Bann. François de Capitani war einer, der die Courage hatte, ohne Aufhebens sich selbst zu bleiben, einer, der jetzt fehlt.

Berner Zeitung

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