Wabern

«Heitere Fahne» sucht Unterstützung

WabernDie «Heitere Fahne» hat für die alte Gurtenbrauerei in Wabern einen Fünfjahresvertrag erhalten. Das Kollektiv möchte sich finanziell eine solidere Basis schaffen. Für manche ist der Ort die «Reitschule» von Wabern.

Alle  machen, was sie können: Vorbereitungsarbeiten für das «Gugusgurte»-Festival im letzten Juli.

Alle machen, was sie können: Vorbereitungsarbeiten für das «Gugusgurte»-Festival im letzten Juli. Bild: Susanne Keller

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Ist es eine Kulturstätte? Eine Beiz? Ein Sozialprojekt? «Wir sind von allem etwas», sagt Felicia Kreiselmaier vom Kollektiv Freiraum, das in Wabern die «Heitere Fahne» betreibt. Diese Mischung bringt spezielle Herausforderungen mit sich. «Sie macht unser Projekt aber auch sehr spannend und lebendig.»

Seit Ende 2013 ist das Kollektiv in der alten Gurtenbrauerei am Fusse der Gurtenbahn daheim. In den letzten drei Monaten war es ruhiger als sonst in der früheren Beiz. «Wir haben uns ein Time-out genommen», sagt Kreiselmaier. Es gelte einen Weg dafür zu finden, sich weiter zu entwickeln und dabei dem Grundsatz Rechnung zu tragen, dass in der «Heitere Fahne» Menschen mit und ohne Behinderung einen Begegnungsort finden.

«Freiraum hat seinen Preis»

Ein neuer Grundstein ist dafür gelegt: Das Kollektiv hat mit der Intra Immo Invest AG als Besitzerin der Liegenschaft einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen. Finanziell sucht es ebenfalls nach neuen Wegen. «Auch der Freiraum hat seinen Preis», sagt Kreiselmaier. Was man einnehme, habe man bis jetzt gebraucht, um die Grundkosten decken zu können.

Nun sucht das Kollektiv nach Unterstützung durch Private, Organisationen und Behörden. Ziel sei es, bis 2016 die Existenz so zu sichern, dass sich die Einnahmen in Projekte investieren lassen, sagt Kreiselmaier. «Wir möchten nicht darin gefangen sein, nur ums Überleben kämpfen zu müssen.» Praktisch die gesamte Arbeit ist nach wie vor ehrenamtlich. «Der Idealismus bleibt wichtig, doch es lässt sich nicht alles nur mit Idealismus machen.»

«Sorgenkistli» für Nachbarn

In nächster Zeit gibt es zahlreiche Veranstaltungen: Im grossen Saal findet dieses Wochenende ein Frühlingsmarkt statt. Und am Freitagabend wurde eine neue Freitagsreihe gestartet. Über die Auffahrtstage steht ein Special rund ums Thema Heimat auf dem Programm. Viel anderes ist bereits geplant – im Juni gastiert das Stadttheater mit dem Erstlingsstück der Zürcher Journalistin Michèle Roten im Saal, im Juli findet parallel zum Gurtenfestival wieder das «Gugusgurte»-Festival statt.

«Uns ist es hier wohl», sagt Kreiselmaier. Auch im Quartier seien sie herzlich aufgenommen worden. Am Rande der diesjährigen Wabern-Leistversammlung waren allerdings auch kritische Stimmen zu hören. So fiel unter anderem der Ausdruck, die «Heitere Fahne» sei die «Reitschule von Wabern». Sie habe das auch schon gehört, sagt Kreiselmaier. Offene Kritik hätten sie bis jetzt aber nicht erhalten. «Wir geben uns Mühe, dass es hier nicht verlottert aussieht. Aber ein altes Haus bleibt halt immer ein altes Haus.» Ein gepflegtes Erscheinungsbild sei auch dem Kollektiv wichtig. Ebenso ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft. Diese kann in einem «Sorgenkistli» ihre Anliegen deponieren, wird über Anlässe informiert – und auch zu diesen eingeladen.

Die Besitzer der Liegenschaft sind vom Projekt sehr angetan. «Die Motivation, das Engagement und die Leidenschaft der Beteiligten hat mich nachhaltig beeindruckt», schreibt Oliver Maibach, Verwaltungsratspräsident der Intra Immo Invest AG auf Anfrage. Er freue sich sehr über den Erfolg. «Gestützt auf diese Tatsachen, haben wir gegenseitig eine passende Lösung erarbeitet.»

Infos zu Anlässen: www.dieheiterefahne.ch; Markt: Samstag 11 bis 18 und Sonntag 11 bis 16 Uhr. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.05.2015, 11:56 Uhr

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