Gewitter richteten am Wochenende zahlreiche Schäden an

Auf die Hitze tagsüber folgten abendliche Gewitter. Diese waren teilweise sehr heftig. In der Nacht auf Samstag gingen bei der Polizei rund 90 Schadenmeldungen ein.

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Im Kanton Bern gingen am Samstagabend nach einem heftigen Gewitter innert weniger Stunden rund 90 Meldungen ein. Betroffen war vor allem die Region zwischen Bern und Thun, wo 70 Schadenmeldungen gemacht wurden. Der grösste Teil der Meldungen betraf Wasserschäden in Gebäuden, Äste und Bäume auf den Strassen und Bäche, die stark anstiegen oder überliefen.

Zudem musste auf den Oberländer Seen die Seepolizei insgesamt sechsmal ausrücken, da der Wind Boote losgerissen hatte. Allein im Berner Oberland rückte die Polizei zu rund zwanzig Einsätzen aus. Der Sturmwind blies Ziegel von vielen Hausdächern und in der Lenk hat ein Blitz in einen Baum eingeschlagen, woraufhin dieser in Brand geriet.

Wasser abpumpen

Gefordert war auch die Thuner Feuerwehr – das Unwetter hielt sie zwischen 19 und 1 Uhr auf Trab und setzte einige Keller und Einstellhallen unter Wasser. «Wir hatten zwölf Einsätze», sagte Stabschef Jürg Isler. «Einen an der Adlerstrasse und elf in Allmendingen.» In Thun fielen im Laufe des Abends 33 Liter Regen pro Quadratmeter. Das Wasser schwemmte die Blätter, die vom Hagel heruntergeschlagen worden waren, zu den Abläufen und verstopfte diese. «Gleichzeitig drückte das Wasser aus der Kanalisation nach oben», so Isler weiter.

Besonders hart traf es in Thun-Allmendingen das Restaurant Zum Tempel. «Zuerst überflutete der Regen unsere Terrasse», sagte Betriebsleiter Christian Schwarzer auf Anfrage. «Dann lief das Wasser ins Untergeschoss, wo wir Büros und Lagerräume haben.» Aber nicht nur von oben strömte das Wasser in den Keller, sondern wurde auch durch den hohen Druck von unten in die Räume unter dem Restaurant gepresst. «Alles stand unter Wasser, inklusive der WC-Anlagen», führte Schwarzer aus. «Telefon, Internet was immer im Untergeschoss am Strom hängt, funktioniert nicht mehr.»

Nun werden im Tempel-Restaurant Bautrocknungsmaschinen eingesetzt, «denn erst wenn alles trocken ist, können sich die Elektriker an die Arbeit machen.» Gestern war der Betrieb lediglich für den Golfclub offen. «Wir haben im Erdgeschoss ein Behinderten-WC. Weil dieses aber nicht reicht, wenn wir viele Gäste haben, werden wir ab morgen schliessen müssen», sagte Schwarzer gestern weiter. «Wann wir wieder öffnen können, ist noch völlig unklar.»

Setzlinge zerstört

Hart traf das Unwetter auch viele Gartenfreunde, da die jungen Pflanzen dem Hagel nichts entgegenzusetzen hatten. «Die Hagelkörner waren fast so gross wie Pingpongbälle», sagte Leser Florian Reimann zu «20 Minuten». Das Gewitter habe plötzlich begonnen. «So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir mussten uns unters Dach retten und wären auch dort beinahe von den Hagelkörnern getroffen worden», so Reimann. So schnell wie das Gewitter aufzog, sei es auch wieder vorbei gewesen.

Mehr Gewitter am Sonntag

Am frühen Sonntagbend spitzte sich die Lage noch einmal zu: Wegen des heftigen Gewitters, das sich über der Region Thun entlud, musste die Staatsstrasse zwischen Merligen und Gunten gesperrt werden. Kleine Bäche waren angeschwollen und schoben Geröll und Baumstämme auf die Strasse. Personen wurden dabei nicht verletzt.

Wegen den grossen Wassermengen, die vom Himmel fielen, waren die Feuerwehren von Thun, Steffisburg, Heimberg und Wimmis wieder im Einsatz und pumpten Keller aus, gab die Kantonspolizei in Thun auf Anfrage bekannt. Das Schwemmholz führte im Berner Mattequartier zu einer bedrohlichen Situation.

mi/hpr/lfc/mb

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