Gesucht: Eine neue Redaktion

Guggisberg

Nach zehn Jahren zieht sich die Redaktion des «Guggisblatts» zurück. Bei der Gemeinde hofft man aber auf einen Neubeginn und sucht Frauen und Männer, die das Blatt weiterführen.

Die langjährige Redaktorin Vreni Bürki schaut sich mit Hanspeter Schneiter alte «Guggisblätter» an.

(Bild: Raphael Moser)

Die erste, noch namenlose Nummer des «Guggisblatts» erschien im August 2007. Mit einem Wettbewerb wurden die 1600 Einwohner aufgerufen, einen Namen für das neu lancierte Gemeindeblatt zu suchen.

Offenbar lockte der Preis, ein Essen im Sternen Guggisberg. Die Beteiligung war rege, es kamen 69 Vorschläge, unter anderem «Dr Gugger», «i-Gu», «Vreneli-Post», «Ideenzünder», «Dorfbrattig», «dr Stägetritt», «ds Echo vo Guggisbärg» und «Guggisblatt». Für diesen Namen – Gugg is Blatt – entschied sich die Redaktion nach eingehender Diskussion.

Zehn Jahre lang erschien die Zeitung viermal jährlich. Das ergab insgesamt 43 Nummern mit einer Auflage von tausend Stück. Je eine Zeitung gab die Gemeinde gratis an jeden Haushalt ab. Der Rest wurde an rund 240 Abonnenten in aller Welt verschickt. Unter ihnen befinden sich viele «Heimweh-Guggisberger».

Breite Themenpalette

Ende 2017 ist die sechsköpfige Redaktion zurückgetreten. Auch Vreni Bürki, Schulleiterin der Schulen Guggisberg. Sie war vom Anfang bis zum Ende im Redaktionsteam. Wie alle andern hat sie ausschliesslich freiwillig gearbeitet. «Es hat immer Freude gemacht. Wir trafen uns jeweils einen Monat vor dem Druck», sagt sie.

Die Themen waren breit gefächert: Frauenporträts, Historisches und Unterhaltendes wie etwa ein Fortsetzungskrimi waren gemischt mit Veranstaltungshinweisen, Berichten über Vereine, Veranstaltungen und Kunst in Guggisberg.

Gegen Schluss sei es jedoch schwierig geworden, Themen zu finden, berichtet die Lehrerin und schaut mit spürbarer Wehmut auf die zehn Jahre «Guggisblatt» zurück. Eine kleine Kritik bringt sie trotzdem an: «Ich hätte mir gewünscht, dass öfter auch von der Bevölkerung und der Gemeinde ein Input oder ein Text gekommen wäre.» Leider sei das selten vorgekommen.

Mehr Informationen

Gemeindepräsident Hanspeter Schneiter ist zuversichtlich: «Mit dem «Guggisblatt» geht es weiter. Wir suchen jemanden, der das an die Hand nimmt.» Viel ändern am Blatt möchte Schneiter nicht, ausser, dass es in Zukunft mehr Informationen aus der Gemeinde und von den Vereinen enthalten sollte.

Das Vereinsleben in Guggisberg sei lebendig und wichtig für die Bevölkerung. Unter anderem gibt es drei Schützenvereine, zwei Jodler- und zwei Skiclubs, den Vreneli- und den Kirchenchor. Auch Viehzüchter, Milchlieferanten, Gewerbe und Ornithologen haben sich in Vereinen zusammengeschlossen.

Schneiter glaubt, vermehrte Berichte über Vereine kämen dem Leserinteresse durchaus entgegen. «So eine Gemeindezeitung kann auch der Integration von Neuzuzügern dienen», ist er überzeugt.

Auch die Druckerei schliesst

Zufällig haben sich nicht nur die Redaktoren verabschiedeten, sondern auch Messerli Druck in Helgisried, wo das «Guggisblatt» all die Jahre gedruckt wurde. Zum Abschied gab es sogar eine Überraschung für die Redaktion: eine farbige Doppelseite in der Mitte des Blattes mit einer Karikatur des Redaktionsteams.

Hanna Beyeler und Hans Messerli ziehen sich altershalber aus dem Druckereigeschäft zurück, Maschinen und Lokal werden verkauft. Für die neuen Redaktoren heisst das, dass sie nicht nur schreiben, sondern sich auch nach einer neuen Druckerei umsehen müssen.

Berner Zeitung

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